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ST. PÖLTEN. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich stellte unter dem Motto „Bäuerinnen und Bauern als Botschafter“ rund 200 Teilnehmer praktische Werkzeuge für die Land- und Forstwirtschaft vor. Ein Höhepunkt: Mit der neuen Mitmachkampagne www.unserelandwirtschaffts.at/mitmir unterstützt die Landwirtschaftskammer Landwirte, die ihren Betrieb und ihre Arbeit Kunden und Interessierten näherbringenmöchten. Die Kampagne soll laufend ausgebaut werden.

LK NÖ-Vizepräsidentin Theresia Meier, Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, Wirtschaftscoach Christine Hackl und LK NÖ-Kammerdirektor Franz Raab Foto: LK NÖ/Eva Posch

Die Geschichte der Land- und Forstwirtschaft erzählt niemand besser als die Bauern selbst. Niemand ist authentischer, glaubwürdiger und interessanter für die Öffentlichkeit als diejenigen die selbst tun, worüber sie sprechen. Das haben auch die Bauern längst erkannt: In NÖ glauben 73 Prozent von ihnen, dass die größte Wirksamkeit PR-Maßnahmen erzielen, die sie selbst setzen. 95 Prozent der Bauernhalten eine stärkere PR über die „echte“ Landwirtschaft für sehr wichtig und eher wichtig. Die Landwirtschaftskammer NÖ versteht dies als Auftrag, bestehende Angebote indiesem Bereich auszubauen und neue zu schaffen, um Betriebe künftig noch besser dabei zu unterstützen, selbst aktiv zu werden.“Wir wollen Landwirte dazu ermutigen über die Normalität des täglichen Arbeitslebens am Betrieb zu erzählen. Im Gesangsverein, am Stammtisch oder bei der Freiwilligen Feuerwehr“, erklärt LK NÖ-Vizepräsidentin Theresia Meier und appelliert an das Selbstvertrauen der Bauern. „Wichtig ist, dass wir uns die „Expertenrolle“ im öffentlichen Diskurs nicht von Gruppen mit nicht-bäuerlichen Interessen wegnehmen lassen.“ Denn die Gesellschaft ist auf realistische Fakten in Bezug auf Land- und Forstwirtschaft mehr denn je angewiesen: Hatten früher noch deutlich mehr Menschen einen direkten Bezugzur Landwirtschaft, so können heute über 33 Prozent der Bevölkerung überhaupt keine praktischen Erfahrungen im Bereich der Land- und Forstwirtschaft mehr vorweisen. Diesem Umstand will die Landwirtschaftskammer mit mehr und besserer Information begegnen,damit Verständnis und Vertrauen in die bäuerliche Arbeit erhalten bleibt.

Bauern nehmen ihr Image in die Hand

Die Bevölkerung soll wissen, dass die Bauern jedem Interessierten mit Wissen aus der Praxis zur Seite stehen. Dafür braucht es nicht immer nur große Veranstaltungen, wie Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger weiß: „Kommunikation findet auch im Kleinen, im privaten Umfeld statt. Es ist wichtig, dass das Image gut und das Vertrauen in die Land- und Forstwirtschaft groß ist. Nur so werden die Konsumenten zu unseren Lebensmitteln greifen.“ Jeder einzelne kann somit zu einem wichtigen Akteurwerden und beim Arzt, am Stammtisch oder über Facebook Öffentlichkeitsarbeit für seinen Beruf betreiben. „Wir Bäuerinnen haben bei Aktionstagen und der Schultütenaktion bereitsviel Erfahrungen gesammelt und wir laden alle agrarischen Organisationen und alle Bauernzur Mitarbeit ein“, so die Landesbäuerin. Dafür müssen allerdings alle klar an einem Strang ziehen. „Wir sollten als Landwirtschaft mit einer Stimme sprechen und uns nicht selbst auseinanderdividieren. Egal welchen Betriebszweig wir gewählt haben, egal ob wir biologisch oder nachhaltig konventionell wirtschaften: Trotz der großen Vielfalt in der Landwirtschaft sind die wesentlichen Anliegen dieselben“, ist Vizepräsidentin Theresia Meier überzeugt. Der Zusammenhalt der Branche istvor allem bei schwierigen Themen und kritischen Stimmen gefragt. „Bauern sitzen trotz ihrer Vielfalt in einem Boot. Wenn es ein Loch hat, hilft es keinem, schadenfroh darauf hinzuweisen, dass das Loch ohnehin auf der anderen Seite sei“, erklärt auch Wirtschaftscoach Christine Hackl, die bei der Tagung für zusätzliche Inputs sorgte. Besonders eine Forderung lag der Vortragenden am Herzen: „Bauern müssen raus aus der Opferhaltung. Es ist wichtig, mit Kritik und unangenehmen Themenprofessionell umzugehen.“


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