Landwirtschaftskammer will Entlastung für Bauern
ST. PÖLTEN. Die Landwirtschaftskammer-Vollversammlung (LK) reagiert auf die schwierige Marktsituation mit entsprechenden Forderungen. Instrumente zur Marktentlastung und Marktsteuerung, steuerbefreiter Agrardiesel und verpflichtende Herkunftskennzeichnung in öffentlichen Verpflegungseinrichtungen müssen laut LK forciert werden. Eine Resolution wurde von beiden in der Vollversammlung vertretenen Fraktionen gemeinsamverabschiedet.

Milch, Zuckerrüben oder Schweine: Zahlreiche Sparten der Land- und Forstwirtschaft sehen sich derzeit mit einer schwierigen Marktlage konfrontiert. Eine Situation, die außerordentliche Maßnahmen erfordert. „Märkte müssen entlastet, Exporte forciert und Erzeuger in ihrer Marktpositionierung unterstützt werden“, sind sich die Vertreter der NÖ-Vollversammlung einig. „Das Ungleichgewicht auf den Märkten verlangt neue zeitlich befristete europäisch wirksame Marktsteuerungsinstrumente. Es müssen Anreize für die temporäre Rücknahme der Erzeugung geschaffen werden“, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes. Hier konnte die Landwirtschaftskammer im Milchbereich erste Erfolge erzielen. Die Balance zwischen verfügbarer Menge und Nachfrage in Europa soll nach einem Vorschlag, der von Schultes in Brüssel eingebracht wurde, aktiv hergestellt werden. Damit dies erfolgen kann werden kartellrechtliche Bestimmungen für eine halbes Jahr ausgesetzt. Das Zeitfenster muss von der Europäischen Kommission umgehend in Kraft gesetzt werden. „Was bei der Milch bereits in Bewegung ist, muss auch für andere Sparten ermöglicht werden“, so Schultes. Doch damit nicht genug: Auch die Forderung nach einem steuerfreien Agrardiesel und der Herkunftskennzeichnung in öffentlichen Verpflegungseinrichtungen sowie Systemgastronomien soll die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe in Niederösterreich sichern.
Steuerfreier Agrardiesel für mehr Wettbewerbsfähigkeit
„In einer Zeit, in der die Preise nach unten gehen ist es nicht erträglich, dass unsere Bauern auch noch die höchste Dieselbesteuerung in ganz Europa haben“, erklärt Schultes und sieht die Steuerfrage als wesentlichen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Anders als in anderen EU-Ländern gibt es in Österreich kein Entlastungsmodell für den Dieseleinsatz in der Landwirtschaft. Die Einführung eines steuerbefreiten Agrardiesels in Österreich ist deshalb für die Landwirtschaftskammer eine logische Konsequenz. Doch der internationale Vergleich zeigt nicht nur in Bezug auf den Agrardiesel Handlungsbedarf auf. Auch der Blick in die Schweiz zeigt eine Möglichkeit für mehr Wertschätzung und Wertschöpfung im landwirtschaftlichen Bereich auf. Hier wurde mit der Herkunftskennzeichnung auf Speisekarten in Kantinen oder sogar beim Kebab-Stand eine Chance für regionale Lebensmittel geschaffen.
Herkunftskennzeichnung für mehr Transparenz beim Außer-Haus-Verzehr
Doch der internationale Vergleich zeigt nicht nur in Bezug auf den Agrardiesel Handlungsbedarf auf. Auch der Blick in die Schweiz zeigt eine Möglichkeit für mehr Wertschätzung und Wertschöpfung im landwirtschaftlichen Bereich auf. Hier wurde mit der Herkunftskennzeichnung auf Speisekarten in Kantinen oder sogar beim Kebab-Stand eine Chance für regionale Lebensmittel geschaffen.
Niederösterreichs Landwirte erfüllen die höchsten Produktionsstandards. Damit Konsumenten diese besonderen Qualitäts- und Produktionsunterschiede zu anderen Ländern auch erkennen, braucht es Transparenz. „Der Außer-Haus-Verzehr steigt. Immer mehr Menschen stärken sich in öffentlichen Kantinen. Systemgastronomien wie Mc Donalds florieren. Genau hier ist es wichtig, dass der Konsument weiß, woher sein Essen tatsächlich kommt. Nur so kann er sich bewusst dafür entscheiden, ob er etwas mehr ausgeben will, um österreichische Qualität zu bekommen“, gibt Schultes zu bedenken. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung wird in erster Linie für Fleisch und Eier gefordert. „Der Koch soll auch weiterhin kaufen können wo er will, uns geht es nur darum, dass der Kunde es auch weiß und damit auch bewusst auf das Beste greifen kann“, so Schultes weiter. Hier sollen auch Wirte künftig auf freiwilliger Basis regionale Akzente für ihre Gäste setzen können. Die einfache und unbürokratische Information über die Fleischherkunft und Herkunft bei Eiern muss für öffentliche Verpflegungseinrichtungen sowie Systemgastronomien und –hotellerien gesetzlich verankert werden. Für die Betreiber von Gasthäusern und Restaurants wird das Bewusstsein für eine freiwillige Kennzeichnung wachsen.


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