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Der bulgarische Staatspräsident Rosen Plevneliev besuchte heute Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP)anlässlich eines einstündigen Arbeitsgesprächs. Besprochen wurde die wirtschaftliche und die kulturelle Zusammenarbeit Niederösterreichs mit Bulgarien sowie die Migrationspolitik im Zusammenhang mit Europa und der europäischen Entwicklung.

Der bulgarische Staatspräsident Rosen Plevneliev (l.) verlieh Landeshauptmann Erwin Pröll den Orden "Stara Planina" 1. Grades, die höchste Auszeichnung der Republik Bulgarien. Foto: Thomas Lettner

„Es ist mittlerweile unser fünftes Treffen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Beziehung von Niederösterreich zu Bulgarien sehr tragfähig und eng ist. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass die persönliche Beziehung zwischen mir und dem Staatspräsidenten eine ausgezeichnete ist“, sagte Pröll. Der Landeshauptmann hob hervor, dass 450 niederösterreichische Unternehmen in Handelsbeziehungen mit Bulgarien stehen, die in Hinblick auf die Zukunft sehr viel Potential hätten. Bulgarien sei von der Verlagerung der Flüchtlingsströme von der West- auf die Ostbalkanroute besonders betroffen, was an den Grenzen zur Türkei, zu Griechenland und an der Seegrenze zum Schwarzen Meer liege. „Aus unserer Sicht sind auf dem Weg in die Zukunft im Wesentlichen drei Maßnahmen zu berücksichtigen: Es muss unbedingt eine europäische Lösung mit einer ausgewogenen Verteilung des Flüchtlingsstroms und gleichzeitig mit einer Angleichung des Asylstandards vonstattengehen. Zweitens brauchen wir einen gemeinsamen Schutz der EU-Außengrenze und eine engere Zusammenarbeit gegen das Schlepperwesen“, sagte Pröll. Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna  Mikl-Leitner habe daher bei ihrem Bulgarienbesuch österreichische Polizeibeamte im Kampf gegen das Schlepperwesen angeboten. „Als wir gesehen haben, wie die Flüchtlinge von Griechenland aus durch die verschiedenen Länder nach Österreich geschoben wurden, waren wir Bulgaren die einzigen, die das nicht gemacht haben“, sagte Präsident Plevneliev bei seiner auf Deutsch gehaltenen Ansprache. Im Gegensatz zu Griechenland mit 850.000 Flüchtlingen hätte Bulgarien jeden seiner bisher 30.000 Flüchtlinge registriert. Außerdem hätte man einen Unterschied zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen gemacht. Lobend hob Plevneliev auch die Zusammenarbeit Bulgariens mit der Türkei beim Schutz der größten EU-Außengrenze hervor.

Ausstellungseröffnung im Stift Klosterneuburg

Auch die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich und Bulgarien soll intensiviert werden. Pröll rechtfertigte dies damit, dass beide Länder eine tiefgreifende Geschichte und der christliche Glaube verbinde. Heute am späten Nachmittag werden Pröll und Plevneliev daher eine Ausstellung mit Kostbarkeiten aus Bulgarien im Stift Klosterneuburg eröffnen. „Es ist erst das zweite Mal, dass diese Kostbarkeiten außerhalb Bulgariens gezeigt werden. Das zeigt die große Wertschätzung und Zusammenarbeit auf kultureller Ebene“, meinte Pröll. Als Geste für die gute Zusammenarbeit und die gegenseitige Wertschätzung bekam Plevneliev das „Goldene Komturkreuz mit dem Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich“ verliehen. Pröll bekam den Orden „Stara Planina“ 1. Grades verliehen, die höchste Auszeichnung der Republik Bulgarien.


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