Girls‘ Day: Mädchen in technische Berufe bringen
NÖ. Über 80 Betriebe beteiligen sich bundeslandweit am 17. Girls“ Day. An diesem heutigen Aktionstag wird Schülerinnen im ganzen Land die Möglichkeit geboten, technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe näher kennenzulernen.

In Marktl im Bezirk Lilienfeld bei der Firma Neuman Aluminium informierten ÖVP-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler, IV NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither und Ingeborg Dockner von der NÖ Wirtschaftskammer bei einer Pressekonferenz über die diesjährige Veranstaltung. Die dritte Klasse der Neuen Mittelschule Hainfeld besuchte im Rahmen der Pressekonferenz die Firma Neuman Aluminium.
24.000 Mädchen haben bereits teilgenommen
Der „Girls“ Day“ sei schon seit vielen Jahren ein Leitprojekt, betonte Landesrätin Teschl-Hofmeister. „Bisher haben in Niederösterreich schon 24.000 Mädchen an diesem Tag teilgenommen. Heuer sind es mehr als 1700 junge Damen, die in mehr als 80 Betrieben dabei sind“, fuhr sie fort. „Mädchen sollen motiviert werden, technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe auszuüben“, so die Landesrätin. Es gebe mehr als 200 Lehrberufe, hielt Teschl-Hofmeister fest. „Mehr als die Hälfte der jungen Damen würden sich für die drei Lehrberufe Einzelhandelskauffrau, Handelsangestellte und Friseurin entscheiden“, hielt sie fest. Auch in den technischen Schulen gebe es einen geringen Frauenanteil. „Die Mädchen können in den technischen Branchen mehr Geld verdienen“, meinte die Landesrätin. Schon in der Schule sollten die Begabungen und Talente der Mädchen in diesen Bereichen entdeckt werden, auch im Rahmen der Berufsorientierung. In diesem Zusammenhang gebe es überdies die Initiative HTL-4-girls, betonte Teschl-Hofmeister.
Lehre als guter Start in den Beruf
Ingeborg Dockner, Spartenobfrau Information & Consulting bei der Wirtschaftskammer Niederösterreich, sagte: Unser weiblicher Nachwuchs verfüge über ganz tolle Talente, „die besonders in der Lehre besonders gut zur Geltung kommen können“. Und zugleich sei eine Lehre ein besonders guter Start in die berufliche Karriere, so Dockner. Niederösterreichs Wirtschaft brauche gut qualifizierte Fachkräfte, führte sie weiter aus. „Und was Burschen können, das können auch Mädchen. Da gibt es keine Unterschiede“, meinte Dockner.
„Fraueneinkommen ein Drittel geringer als bei Männern“
AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler führte aus: „Aufgrund der Berufswahl ist das Fraueneinkommen leider um ein Drittel geringer als bei Männern.“ Die Einkommen und die Jobchancen seien im Dienstleistungsgewerbe schlechter, so Fakler. Viele Frauen würden Teilzeitberufe ausüben.
Fachkräftemangel omnipräsent
IV NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither hielt fest: „Derzeit haben acht von zehn Industriebetrieben Probleme bei der Rekrutierung von Mitarbeitern in Bereichen Produktion und Technik sowie Forschung und Entwicklung – und zwar auf allen Ausbildungslevels.“ Dabei zahle die Industrie deutlich besser als andere Branchen. „Finanzielle Unabhängigkeit ist für jede junge Frau sehr wichtig“, sagte Roither und lud junge Mädchen ein, sich bei den „Industrietagen“ selbst ein Bild von den Karrierechancen in der Industrie zu machen: Vom 14. bis 16. Juni öffnen 46 Industriebetriebe in Niederösterreich ihre Türen, dabei bestehe die Möglichkeit, sich die Lehrwerkstätten anzuschauen. Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei der Industrie ein wichtiges Anliegen, „damit sich auch Frauen beruflich etablieren können“, so Roither.
Vor Ort können die Mädchen beim „Girls“ Tag“ nicht nur die jeweiligen Betriebe näher kennenlernen, sondern auch Gespräche mit Frauen führen, die in diesen Unternehmen beschäftigt sind bzw. Führungspositionen innehaben.
Zum „Girls“ Day“
Beim „Girls“ Day“ handelt es sich um eine Initiative des Frauenreferats beim Amt der NÖ Landesregierung, die in Zusammenarbeit mit der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer Niederösterreich sowie mit Unterstützung des Arbeitsmarktservices NÖ und des Landesschulrates durchgeführt wird. Die Idee des „Girls“ Day“ als gezielte Informationsmöglichkeit für die berufliche Zukunft von Mädchen stammt eigentlich aus Amerika, wo es eine entsprechende Initiative namens „Take your daughter to work“ gibt.


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