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ST. THOMAS. Sie sind kaum zu überhören und mit ihrer festlichen Tracht auch nicht zu übersehen – wenn die Brauchtumsschützen aus St. Thomas auftreten, wird Tradition lautstark gelebt. Seit April 2015 ist das Fronleichnamsschießen wieder fixer Bestandteil in der Gemeinde.

Die Schützen aus St. Thomas wollen das Brauchtum im Ort erhalten.
  1 / 2   Die Schützen aus St. Thomas wollen das Brauchtum im Ort erhalten.

Mit ihrem 15 Kilogramm schweren Brauchtumsgerät, dem „Stutzen“ gestalten die Schützen kirchliche Hochfeste mit. In St. Thomas liegt die Geschichte des Schießens 200 bis 300 Jahre zurück, als es noch Teil der barocken Festkultur war. Dieser kirchliche Feiertag war im 18. Jahrhundert ein Prunkfest. Daher stammt auch der Name Prangerschütze, der sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „prangen“ ableitet und so viel bedeutet wie „prunken, verzieren, schmücken“.

In St. Thomas wird dieser besondere Tag mit dem frühmorgendlichen und durchaus lautstarken Weckruf eingeläutet. Während der Messe wird sechs Mal geschossen und ebenso bei jedem der vier Altäre. Eine eigene Schützentracht wurde auf der Basis pfarrkirchlicher und an den Ortsnamen angelehnter Aspekte gestaltet. Markant ist der große, tellerförmige Zimmermannshut, da der Heilige Thomas der Schutzpatron der Zimmersleute ist. Die Farben Rot und Braun prägen ebenso die Tracht. Sie stehen für das braune Ackerland in der Region und leiten sich aus roten Mänteln der Heiligen Thomas, Maria und Sebastian, des Schutzpatrons der Schützen, ab, jenen Heiligenfiguren, die auch in der Kirche in St.?Thomas zu sehen sind. „Die Lederhose dazu war natürlich obligat und die rot-grüne Farbe der Krawatte spiegelt sich im Gemeindewappen wider“, erklärt Präsident Rudolf Humer.

Aus den sechs Gründungsmitgliedern wurde rasch eine stolze Gruppe von 30 Personen, davon 15 Schützen. Gerne nimmt die Gruppe weitere Mitglieder auf. Der Verein rückt jährlich zehn bis fünfzehn Mal zu Festen, Hochzeiten oder Jubiläumsveranstaltungen aus. Auch kurz vor Weihnachten wurde zur Wintersonnenwende am 21. Dezember geschossen. Die längste Nacht des Jahres ist die erste Rauhnacht und wird auch „Thomasnacht“ genannt. Zum Jahreswechsel feuerten die Brauchtums-Schützen drei Schusssalven ab. Damit wurde das alte Jahr verabschiedet und das neue begrüßt.


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