„Wir sind oft der einzige soziale Kontakt“
GARSTEN/ST. ULRICH. Warme Mahlzeiten gehören zu den angenehmen Dingen des Lebens. Mit zunehmendem Alter kann das tägliche Kochen beschwerlich werden. Abhilfe schaffen die Mitarbeiter von „Essen auf Rädern“ des Roten Kreuzes.

Montag, 10 Uhr in Garsten: Siegfried Katzengruber startet an diesem nasskalten Vormittag das Rot-Kreuz-Dienstauto. Mit 20 warmen Mahlzeiten beladen beginnt die Tour quer durch die Region, um Menschen ein frisch zubereitetes Mittagessen ins Haus zu liefern. 40 Portionen liefern er und seine 20 Kollegen pro Tag aus, rund 70 Kilometer sind sie unterwegs. Beinahe täglich zieht Katzengruber seine rote Jacke an, um anderen zu helfen.
Auf Hilfe angewiesen
Er organisiert die Fahrten und ist rund 50 Mal im Jahr selbst unterwegs. Der ehemalige ÖBB-Bedienstete ist da, wenn ihn andere brauchen. „Viele Menschen leben alleine, wir sind oft der einzige soziale Kontakt, den sie an einem Tag haben“, sagt der 62-Jährige, der in St. Ulrich zu Hause ist. Nicht weniger als 789.271 Essensportionen verteilten die ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Mitarbeiter im Vorjahr an landesweit 3353 Klienten. Weil die Lebenserwartung seit Jahrzehnten steigt, sind immer mehr Menschen auf Pflege und Hilfe im Alltag angewiesen.
80.000 brauchen Pflege
Aktuell sind es in Oberösterreich 80.000, Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2040 auf 126.000 Personen steigen wird. Den größten Anteil leisten nach wie vor die Angehörigen. „Das Thema Pflege ist eine der größten Herausforderungen unserer Zukunft. Respekt, Zeit und Menschlichkeit spielen dabei eine große Rolle“, sagt Oberösterreichs Rot-Kreuz-Präsident Walter Aichinger.


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