Vögel der Region - Blaumeise "Tipsi" präsentiert den flötenden Pirol
Vögel der Region - Blaumeise „Tipsi“ präsentiert den flötenden Pirol

Ein wunderschöner, amselgroßer, tropischer Vogel, der Pirol, lebt im Sommer in den Dachkronen unserer Laubwälder. Er ist nicht so wie die Spatzen und Amseln, die wie geschäftige Menschen überall zu finden sind, er ist eher wie viele andere Menschen, die die Ruhe der Natur der Hektik im Alltag vorziehen. Beides gibt es, bei Mensch wie Vogel. Der Pirol benötigt als Lebensraum lichte Laub- und Auwälder beziehungsweise größere Parkanlagen. Leider sieht man diesen prächtigen Vogel selten, denn er ist sehr scheu und versteckt sich immer hoch im Baum hinter tarnenden Blättern. Ein Pirolnest zu entdecken und beobachten zu dürfen, ist etwas für Glückskinder. Umso auffälliger ist sein flötender Gesang, der lautmalerisch als „Düdlio“ empfunden wird und den man in passenden Laubwäldern auch hören kann. Diesen melodischen Ruf merkt sich der Naturliebhaber ein Leben lang. Der deutsche Komiker „Loriot“ hatte seinen Künstlernamen von diesem Vogel übernommen. Loriot steht französisch für den Pirol, der auch „Vogel Bülow“ genannt wird. Auch der Komiker hieß im wahren Leben „von Bülow“.
Kunstvolle Namen
Der Pirol wird auch als „Goldamsel“ (wegen der gelben Farbe des Männchens), „Pfingstvogel“ (weil er um Pfingsten aus Afrika zurück kehrt) oder als „Kirschvogel“ (er liebt die Wildform der Kirschen) bezeichnet. Es ist sehr beeindruckend, wie etwa das grüngrau getarnte Weibchen einen sich nähernden Sperber energisch und vehement schimpfend aus der Nähe des kunstvoll zwischen Zweigen aufgehängten Napfnestes vertreibt, oder mit welcher Seelenruhe der Pirol auf den Eiern sitzt, ganz gleich welches Wetter gerade herrscht. Dieses Frühjahr hatte etwas von einer Hochschaubahn, da gab“s Hagel, Gewitter, Sturm und Regen und das alles frei hängend in mehr als zehn Metern Höhe.
Nach erfolgreicher Brut
Einmal geschlüpft, werden die Jungen im Zehnminutentakt gefüttert, von Vater und Mutter Pirol und welch Zufall, genau zur Brutzeit sind die Wildkirschen reif. Es gibt aber natürlich auch saftige Raupen und knusprige Heuschrecken. Die Laute des Pirols hat man rasch intus, das warnende „Chrähhh“, wenn etwa Krähen im Anflug sind und natürlich das jodelnde „Düdlio“, das der Markierung des Revieres dient. Der Pirol zieht nach erfolgreicher Brut leider schon ab Ende Juli wieder in die Tropen ab.
Text: Julia Karner und Florian Mayr
Links, falls jemand Vogelstimmen erkennen will:
Ein Vogelstimmentest für jedermann:https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/vogelkunde/voegel-bestimmen/13701.html
Ein Vogelstimmentest für im Naturschutz Verantwortliche:https://www.birdid.no/bird/IDprogram.php
(denn wer über Naturschutzfragen entscheidet, sollte sich eigentlich auskennen - am besten einfach Test auswählen, als Gebiet Austria und den Schwierigkeitsgrad aussuchen und los geht's)
Weitere Videos zum Pirol gibt es auf dem Youtube Kanal „Raaderwald“.


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