St. Wolfgang mit Ischgl "nicht vergleichbar“ - keine zusätzlichen Maßnahmen notwendig
ST. WOLFGANG/LINZ/OÖ. Derzeit gibt es beim Cluster St. Wolfgang 57 positive Fälle. Die Situation sei unter Kontrolle, weitere Maßnahmen aktuell nicht notwendig. Ein Vergeich mit dem Cluster Ischgl vollkommen unangebracht.

„Wir hatten heute Vormittag 52 infizierte Mitarbeiter und einen Gast“, informiert Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander im Rahmen einer Pressekonferenz (Stand 27. Juli, 15.30 Uhr) zum Corona-Cluster St. Wolfgang. In der Zwischenzeit ist der Test von vier weiteren Personen positiv ausgefallen. Zu diesen könne man jedoch noch keine genauen Details bekannt geben. In Summe gab es damit 860 ausgewertete Testungen. (Täglich aktuelle Zahlen und Infos auch zum Cluster St. Wolfgang unter www.tips.at/n/510457) Aus derzeitiger Sicht seien keine zusätzlichen Maßnahmen notwendig. „Es ist aus unserer Sicht keine Quarantäne und keine behördliche Schließung notwendig. Betroffene Lokale haben freiwillig geschlossen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Betreibern.“ Eine vorverlegte Sperrstunde – auf 23 Uhr – gebe es auch bereits.
Cluster nachvollziehbar
„Wir schauen darauf, ob die Infektionen nachvollziehbar sind. Das ist das Um und Auf.“ Derzeit seien alle Infektionsketten nachvollziehbar. „Es geht uns keiner durch die Lappen“, betont auch Bezirkshauptfrau Carmen Breitwieser. Ein weiterer positiver Umstand, der zu einer guten Nachverfolgbarkeit beiträgt: „Es sind Praktikanten die sind sicher nicht sehr mobil.“ Dennoch werde die Situation Tag für Tag neu evaluiert. „Ich gehe davon aus, sollte sich dort ein entsprechendes Geschehen entwickeln, dass auch entsprechende Maßnahmen getroffen werden“, ergänzt Haberlander.
Vergleich mit Ischgl unangebracht
Vergleiche mit Ischgl halten sowohl Haberlander als auch Breitwieser für vollkommen unangebracht. „Die Situation ist nicht vergleichbar“, betont auch Tilman Königswieser, ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums. So seien die Zahlen ganz andere. Waren in Ischgl täglich rund 25.000 Touristen unterwegs, sind es in St. Wolfgang lediglich rund 1.000. Zudem habe man das Cluster unter Kontrolle. „Deswegen sind wir jetzt auch zuversichtlich, dass uns keiner entschwindet“, so Breitwieser. Die Testergebnisse werden zudem an das Gesundheitsministerium übermittelt, „damit diese weitergegeben werden an ausländische Behörden“, so Haberlander.
„Wir haben noch Reserven“
Und auch wenn die Zahlen noch steigen erwartet man derzeit kein Problem. „Jeder Cluster ist eine Herausforderung“, sind sich Breitwieser und Königswieser einig. „Aber wir haben noch Reserven. Wenn sich das Puzzle zusammensetzt ist es uns nur recht.“ Dass die aktuelle Teststrategie gut funktioniere, zeige sich auch an den Intensivzahlen. So würden bei einer guten Teststrategie mit erfolgreicher Absonderung, nur zwei Prozent der Erkrankten auf Intensivstationen landen, da durch sich durch die Absonderung weniger Personen aus Risikogruppen anstecken. „Wir haben derzeit eine Intensivrate von 0,5-0,6 Prozent“, so Königswieser.
Runder Tisch zur Koordinierung vor Ort
Ein Runder Tisch sorge zudem für eine unkomplizierte Abstimmung aller Beteiligten. „Man kann viel effizienter arbeiten wenn man vor Ort sitzt“, so Breitwieser. Die Information laufe gut – man spreche sich sowohl auf Bezirksebene als auch auf Landesebene mit anderen Regionen ab.
Kritik von SPÖ
Kritik kommt von der SPÖ, die meint, dass die Kommunikation zwischen den Behörden nicht ausreichend funktioniere: So gab Haberlander (ÖVP) bekannt, dass Gäste vor ihrer Abreise ein Formular ausfüllen müssen, in dem sie angeben woher sie kommen, wohin sie reisen und ob sie getestet wurden. Bürgermeister Franz Eisl dementierte dies jedoch auf seiner Facebook-Seite in einem Post, welches offenbar wieder gelöscht wurde.
Dies sei schon der zweite Fall, wonach die für St. Wolfgang zuständigen Stellen nicht ausreichend miteinander kommunizieren, moniert SPOÖ-Geschäftsführer Georg Brockmeyer. So habe der zuständige Bezirkshauptmann aus Gmunden, laut eigenen Aussagen, keine Informationen über die Ergebnisse jener Testungen, die die Tourismusministerin versprach und die vor Ort durchgeführt werden.


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