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STADL-PAURA. Für Christine Marschner ist der Sozialmarkt eine Leidenschaft, für andere die einzige Möglichkeit, finanziell über die Runden zu kommen.

Marktleiterin Christine Marschner zeigt das Warenangebot im Sozialmarkt. Auch nach Ladenschluss sind die Regale immer noch gut gefüllt – weil ständig nachgeräumt wird und genug da ist. Neue Kunden sind jederzeit willkommen.

Es gibt viele Gründe, warum man in eine finanzielle Notlage geraten kann. In so einer Situation kann schon der Lebensmittel-Einkauf zum Hürdenlauf werden – eine Lösung bietet der Sozialmarkt des Roten Kreuzes.

„Wir haben wirklich genug Ware, alles zu besonders günstigen Preisen, aber trotzdem von sehr guter Qualität“, erzählt Christine Marschner, die den Sozialmarkt in Stadl-Paura vor fünf Jahren aufgebaut hat und immer noch mit viel Engagement leitet.

Alles für den täglichen Bedarf einer Familie

Das Warenangebot ist wirklich vielfältig. Vollsortiment kann zwar nicht angeboten werden, trotzdem sind alle Waren des täglichen Bedarfs da. Sie kommen von den Partnergeschäften und können dort nicht mehr verkauft werden. Vorwiegend sind das die regionalen Filialen der großen Handelsketten, aber auch Bäcker oder Kartoffelbauern. Öfter gibt es kleine Verpackungsschäden und ein kurzes Ablaufdatum. Und auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, sind die Lebensmittel alle in einem einwandfreien Zustand. Bei Obst und Gemüse machen sich die Mitarbeiter sogar die Mühe, schlechte Stücke auszusortieren und gut sortierte Gemüse- und Obstpakete zusammenzustellen. Diese werden um 50 Cent angeboten. Butter gibt es um 90 Cent, Brot um 50 Cent.

Enorme Erleichterung

Von den 374 Einkaufsausweisen, die man ausgestellt hat, kommen rund 100 Kunden regelmäßig. Pro Einkaufstag sind es rund 35 bis 40 Kunden. Vom Warenangebot her könnten aber noch viele mehr kommen. Eine Kundin ist Barbara aus Stadl-Paura. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder kauft seit etwa einem Jahr im Sozialmarkt ein und ist mit dem Warenangeobt sehr zufrieden. „Das Wichtigste ist da, Lebensmittel, Kosmetik und Putzmittel. Super ist, dass auch Schulsachen angeboten werden. Obst- und Gemüsesackerl gibt es zu so günstigen Preisen. Um 50 Cent so viel verschiedenes Obst und Gemüse, da freuen sich meine Kinder immer“, erzählt sie. Barbara ist froh, dass es diese Möglichkeit gibt, sie entlastet ihre finazielle Situation sehr. Es ist ihr nicht schwer gefallen, in den Sozialmarkt zu kommen. „Es sind alle sehr freundlich und es ist genügend Personal da“, erzählt sie.

Eingespieltes Team

Mit „Personal“ sind die 60 Mitarbeiter von Marschner gemeint. Es sind vorwiegend rüstige Pensionisten, alle helfen ehrenamtlich und wechseln sich im Dienst ab. An den beiden Verkaufstagen starten die Fahrer in der Früh ihre Abholtour, dann beginnt man mit dem Einräumen der Waren, um spätestens um 15 Uhr aufsperren zu können, erzählt die 57-jährige Marktleiterin. Die gelernte Kinderkrankenschwester aus Fischl-ham, die außerdem in der Mutterberatung tätig ist, ist für ein paar Stunden beim Roten Kreuz angestellt: „Ich bin immer da. Der Sozialmarkt ist meine Leidenschaft und man bekommt so viel zurück.“ 

Sozialmarkt des Roten Kreuzes

Maximilian-Pagl-Straße 19

4651 Stadl-Paura

Dienstag, Donnerstag: 15 bis 17 Uhr

Einkaufsbetrag pro Tag: 15 Euro

Bei Vorliegen sozialer Bedürftigkeit wird eine Einkaufsberechtigung ausgestellt. Die Beantragung erfolgt am Gemeindeamt.

Voraussetzung: Das monatliche Haushalts-Nettoeinkommen überschreitet nicht 950 Euro (Alleinstehende), 1400 Euro (Paare) und 215 Euro pro Kind.


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