Illegale Tötung eines Silberreihers - Motiv des Abschusses unklar
STEEGEN. Einen grausigen Fund machten Kinder in der Ortschaft Steinbruck in der Gemeinde Steegen – ein Silberreiher lag, durch Schrotgeschosse getötet, nahe einem Bach. Das berichtet der Naturschutzbund. Wer das Tier getötet hat und aus welchem Grund, ist unklar, denn Silberreiher sind ganzjährig streng geschützte Vögel.

Oft sind die stolzen und strahlend weißen Tiere mit leuchtend gelbem Schnabel und schwarzen Stelzfüßen auf Wiesen und Äckern zu sehen. Aufgrund ihres schreitenden Ganges und ihres Körperbaus gehören Silberreiher wie Störche zu den Schreitvögeln. Ein Großteil der Beute besteht daher nicht aus Fisch, sondern vor allem aus Mäusen. In der Gemeinde Steegen dürfte jemanden das Tier gar nicht gefallen haben, es wurde zur Zielscheibe. Von Seiten der Jägerschaft heißt es, dass das Tier nicht von einem ansässigen Jäger geschossen wurde. „Die Jäger selbst sind entsetzt, von uns war es keiner.
Es widerstrebt unserem Ansinnen für die Natur, dass so etwas gemacht wird. Dass wir für die Regulierung eintreten ist klar, aber immer im Sinne der Natur“ erklärt Christopher Böck, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Bei den Jägern im Bezirk sei die Tat laut Böck rigoros hinterfragt worden. „Es wurde uns glaubhaft vermittelt, dass es keiner der Jäger war“, so Böck. Die Strafen für solche Delikte belaufen sich von Geldstrafen bis hin zum Jagdkartenentzug.
Keine Bedrohung für Fischer
Die Jäger sollen es also nicht auf den schönen schneeweißen Vogel abgesehen haben – vielleicht die Fischer, wenn sie Angst haben, dass der Vogel bei ihren Fischbeständen mitnaschen will? Michael Schauer vom zuständigen Fischereirevier Aschach sieht das Motiv nicht bei den Fischern, denn der Silberreiher sei aktuell keine Riesenbedrohung. „Grundsätzlich ist es ja so, dass der Silberreiher eher in den Feldern steht, Mäuse, Amphibien und Insekten frisst und sich nur zeitweilig an den Gewässern aufhält“, meint Schauer. „Ich möchte nicht ausschließen, dass jemand da gar keine Reiher haben will und jemand darauf ansetzt. Für mich ist nur fraglich, ob sich da auch jemand findet, der eine Strafe riskierten würde“, so Schauer. Zu dem Gerücht, dass Fischer eine Art „Kopfgeld“ für tote Reiher zahlen würden, meint Schauer: „Es gibt eine Zusammenarbeit zwischen Fischer und Jäger.
Aber da handelt es sich um den legalen Abschuss von Kormoranen. Die Fischer sind auf die Jäger angewiesen. Jäger haben oft wenig Motivation, die Vögel zu schießen. Da gibt es dann von den Fischern zum Teil Anreize für die Jäger, um legale Abschüsse von Kormoranen an den Gewässern durchzuführen“, so Schauer. Das sei aber keinesfalls beim Reiher so.
Für Graureiher müssten Anträge auf Zwangsabschüsse gestellt werden, Silberreiher seihen ohnehin geschützt. „Ich habe eher den Eindruck, dass das Reiherproblem abnimmt. Generell sollten solche Sachen nicht passieren, denn dies fördert nur Konflikte“, so der Fischer.


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