Theater am Fluss: Zweite Saison berührt mit "Glöckner"
STEYR. Regisseur Herbert Walzl und Schauspieler Bernhard Oppl setzen heuer wieder alle Hebel und Hämmer in Bewegung, um am Ennsfluss großes Sommertheater zu bieten. Diesmal mit der Geschichte des buckligen Quasimodo, an gleich 14 Abenden.

Acht Meter ragt die neue Bühne im Garten des ehemaligen Gasthauses Sandmair in die Höhe. „Der Glöckner von Notre Dame“ entführt heuer ins mittelalterliche Paris. „Ich habe ein Faible für Randgruppen“, erklärt Herbert Walzl, warum er ein Stück um einen Missgebildeten gewählt hat. „Gerade heute, wo alles um Idole geht, leiden gigantisch viele Leute darunter, dass sie dem Ideal nicht entsprechen.“
Lachen darf sein
Die zweite Saison des „Theater am Fluss“ - von 7. Juli bis 6. August - will vor allem Emotion transportieren und ein Stück weit kritisch sein; Klamauk darf aber nicht fehlen.
Um das Melodram aus der Feder Victor Hugos der Sommer-Bühne gerecht zu machen, hat Walzl die Geschichte abgespeckt und eigene Ideen eingeflochten. 23 Darsteller üben sich dabei in der Gratwanderung zwischen Tragik und Humor, Schreckgestalt und dem nötigen Maß an Ästhetik. Die meisten in mehr als einer Rolle. Der umtriebige Steyrer Schauspieler Bernhard Oppl (u.a. Theaterkeller Haag) schlüpft in gleich drei Figuren: „Er hat die echten Abräumerrollen“, lacht Walzl auf die spaßigen Einlagen verweisend. „Ich spiele eine Rote Nonne, König Louis XI. und den tauben Richter Barbedienne“, erklärt Oppl, der auch als Produktionsleiter des Theaters am Fluss fungiert.
Musik eigens komponiert
Für eine gehörige Portion Musik im Stück sorgen heuer fünf Profidarsteller aus dem Bereich Musical. Kapazunder Sebastian Anton Maria Brummer reist für die Hauptrolle des Glöckners aus der Schweiz an. Gesungen wird eigens von Wiff LaGrange Komponiertes. Auch ein Tanzensemble ist 2016 wieder mit dabei.
Es wird also erneut kein Aufwand gescheut; das Leading Team wurde aufgrund des großen Darsteller-ensembles und der vielen Rollen sogar aufgestockt. Ob der in der Theaterwelt in Mode gekommene Minimalismus nicht das Seine sei, beantwortet Walzl mit einem energischen „Nein!“ Er wolle Theater anders machen als der Rest. Dazu wird der schon im Vorjahr begeistert aufgenommene Open-Air-Standort im grünen Naturidyll beitragen. Auch das beliebte Buburuza-Eis wird es wieder geben...
PROGRAMM 2016
Spieltermine:
7./8./14./15./16./21./22./23./28./29. und 30. Juli sowie 4./5./6. August
jeweils 20.30 Uhr, Open-Air beim ehem. GH Sandmair, Steinwändweg 10, Steyr
Inhalt: „Der Glöckner von Notre Dame“: Liebe, Leidenschaft und Schicksal – in Victor Hugos Roman von 1831 dreht sich alles um diese drei Dinge. Quasimodo, ein buckliger und abgrundhässlicher, tauber, aber bärenstarker Glöckner liebt nur seine Kathedrale und Ziehvater Priester Frollo. Der Rest der Welt ist ihm verhasst, weil er nur verspottet wird. Nur in seinem Kirchturm fühlt er sich sicher. Als Frollo und Quasimodo die schöne Zigeunerin Esmeralda begegnet, ändert sich das Leben der beiden schlagartig...
Voller Aktion und Hochspannung wird im weltliterarischen Klassiker das barbarische Mittelalter beschrieben, wo Mitleid und Nächstenliebe Fremdwörter waren. Gleichzeitig ist die Erzählung aber auch eine Liebeserklärung an die Stadt Paris und ihre Architektur.
Das „Theater am Fluss“ zeigt eine eigene, musikalisch angereicherte Stückfassung des historischen Meisterwerks.
Eintritt: 24/27 Euro (VVK/AK), 22 Euro für Schüler, Studenten, Menschen mit Beeinträchtigung, Pensionisten
Tickets: StadtService (Rathaus), Tel. 07252/575-800; Hotline: 0681/10589001 (Mo.-Fr.: 17 - 19 Uhr) Weitere Infos und Reservierung online: www.theater-am-fluss.at


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