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STEYR. Ohne Nahrung kein Leben. Aber wie die wachsende Menschheit mit dem so Notwendigen versorgen? Und das auch noch gerechter und ohne die Natur zu zerstören? Diesen großen Fragen widmet sich seit heute die Ausstellung „Future Food“ im Museum Arbeitswelt (MAW).

Stephan Rosinger beim neuen "Fairteiler" im MAW-Eingangsbereich (Foto: hola)
  1 / 9   Stephan Rosinger beim neuen "Fairteiler" im MAW-Eingangsbereich (Foto: hola)

Die neue Schau im Wehrgraben nimmt ihre Besucher mit auf eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise: Welche Visionen und Versuche gab es in der Geschichte unserer Versorgung mit Lebensmitteln? Woran wird geforscht? Was bedeutet der Krieg in der Kornkammer Ukraine für die Welt? Kann ein Roboter einen Erntehelfer ersetzen? Und beeinflussen wir als Konsument, was künftig auf unseren Tellern landet?

„Essen ist ein Politikum, für das es immer noch keine großen übergeordneten Lösungen gibt“, erklärt Kuratorin Viktoria Krason vom Deutschen Hygienemuseum in Dresden, wo die Ausstellung „Future Food“ entstanden ist. „Neben Wirtschaft und Politik beleuchten wir die Verantwortung des einzelnen Konsumenten für ein gerechteres System.“ Das dabei auch die Frage nach den Arbeitsbedingungen aufkommt, unter denen Lebensmittel entstehen, schlägt für den künstlerischen Museumsleiter Stephan Rosinger die Brücke zum Schwerpunkt des MAW.

Keine Science-Fiction

Wer die Ausstellung betritt, folgt dem Weg pflanzlicher und tierischer Lebensmittel vom Stall oder Feld bis auf den Teller: In einem Zelt mit Biertischen entdecken die Besucher erst auf den zweiten Blick Grillhendl aus dem Labor und frittierte Insekten.

Ein weiterer Raum mit dem Flair eines Gewächshauses beleuchtet die Produktion von Nahrungsmitteln. Der Besucher erfährt über die Ströme des weltweiten Handels und seine Konsequenzen. Ein futuristischer Supermarkt zeigt Ernährungstrends auf und fragt: Worauf kommt es uns beim Essen an – auf den Preis, den Geschmack, auf die Gesundheit oder Nachhaltigkeit?

Einprägsam auch der Bereich, in dem der autofahrende Einkäufer erfährt, wie viel Energie die Anfahrt zum Supermarkt im Vergleich zum Inhalt seines Einkaufswagens ausmacht.

Future Food tritt in den direkten Dialog mit dem Betrachter. Neben Videoinstallationen, wissenschaftlichen Prototypen und dem Blick der Kunst auf das Essen warten auch historische Dokumente und Objekte, die ihrer Zeit weit voraus waren und an den Gewohnheiten der Konsumenten scheiterten.

Bienen und Fairteiler im Museum

Die Ausstellung läuft bis Sommer 2024 und soll ständig erweitert werden. So plant das MAW etwa, sich summende Arbeiterinnen aufs Areal holen, um Museumshonig zu produzieren.

Im Foyer links findet sich außerdem ein „Fairteiler“ in Kooperation mit der ehrenamtlichen Initiative Foodsharing (=“Essen teilen“): Knackiges Obst und Gemüse liegt dort in Kisten zur freien Entnahme bereit. Es handelt sich um Ware, die den Sprung in die Supermarktregale nicht geschafft hat. „Es kann zum Beispiel sein, das ein Stück in der Packung nicht mehr frisch aussieht“, erklärt Stephan Rosinger.

Der Fairteiler sei ab sofort tagsüber immer zugänglich. „Jeder kann sich bedienen oder auch Lebensmittel vorbeibringen. Ein Aushang erklärt die Kriterien“, so der künstlerische Museumsleiter.

Die Ausstellung „Future Food“ ist jeweils von Mittwoch bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, wochenends und feiertags von 10 bis 17 Uhr. Alle Infos: www.museumarbeitswelt.at


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