Gedenken am Jüdischen Friedhof in Steyr
STEYR. Anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht lädt das Mauthausen Komitee Steyr am Donnerstag, 7. November, um 17 Uhr zur 34. Gedenkfeier am Jüdischen Friedhof ein.

Am 9. November 1938 plünderten hasserfüllte Nationalsozialisten jüdische Geschäfte und zündeten Synagogen an. Die Steyrer Synagoge blieb verschont, weil sie schon im August desselben Jahres arisiert wurde, aber auch hier kam es zur Verhaftung jüdischer Mitmenschen.
Bei der Feier am Donnerstag, 7. November, auf dem Jüdischen Friedhof am Tabor werden drei Kurzbiografien von Steyrer Jüdinnen und Juden präsentiert. Die Gedenkrede hält die Wiener Historikerin, Autorin und Filmregisseurin Helene Maimann. In ihrem Buch „Der leuchtende Stern“ setzt sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinander. Musikalische Klänge kommen vom Chor „Ad hoc“.
Die männlichen Besucher werden gebeten, am Friedhof nach jüdischem Brauch eine Kopfbedeckung zu tragen. Nach der Kranzniederlegung und der Gedenkminute können sich alle Teilnehmer mit einem kleinen Stein am Gedenken beteiligen.
Gespräch im Museum Arbeitswelt
Anschließend findet um 19 Uhr im Museum Arbeitswelt ein Gespräch mit Helene Maimann über ihr Buch statt. Ihre Eltern hatten ein extremes Leben: als Kämpfer bei den Internationalen Brigaden in Spanien, in der Résistance, in den Armeen der Alliierten, als Überlebende in KZ oder in Sibirien. Andere standen auf Schindlers Liste. Sie waren jüdisch oder kommunistisch oder beides. Nach diesem Krieg wird die Welt eine andere: Das stand fest, als sie in Wien neu anfingen. Ihre Kinder gingen vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte. Maimann spricht über ihre Prägung, über Konfrontationen, Hoffnungen und das Scheitern.
Vorverkauf: 8 Euro, Abendkasse: 10 Euro


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