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STEYR. Genau 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl leiden vor allem die Kinder unter den lebensgefährlichen Folgeerkrankungen wie Leukämie oder Schilddrüsenkrebs. Caritas-Mitarbeiterin Tatjana Zhuk, die erkrankte Kinder und ihre Angehörigen im Zentrum St. Lukas in Minsk betreut, war in der HLW Steyr zu Gast, wo sie 84 Schülern über ihre Arbeit berichtete.

Tatjana Zhuk besuchte die HLW Steyr Foto: Caritas OÖ
Tatjana Zhuk besuchte die HLW Steyr Foto: Caritas OÖ

„Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr in der Schule vor Hunger ohnmächtig werdet? In Weißrussland ist das leider keine Seltenheit“, berichtet Tatjana Zhuk und blickt in 84 betroffene Gesichter. Fast ein Drittel der Menschen lebt unter der Armutsgrenze und hat weniger als 40 Euro im Monat zur Verfügung. Dabei kostet das Leben in Weißrussland fast so viel wie in Österreich. Dazu kommt, dass selbst 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl die Menschen an den Folgen leiden.

„Seit dem Super-Gau geht die Zahl der Kinder, die an Krebs erkranken, ständig nach oben“, so die Caritas-Mitarbeiterin. Vielen leukämiekranken Kindern aus armen Familien vom Land bleibt eine Behandlung verwehrt: Während der Therapie müssen das Kind und ihre Eltern in einer privaten Unterkunft in der Stadt wohnen. Das können sich viele nicht leisten. Für diese Eltern ist das Caritas-Zentrum St. Lukas in Minsk der einzige Rettungsanker. 20 Kinder und ihre Eltern können in der Caritas-Einrichtung wohnen und werden von Tatjana Zhuk und ihren Kollegen betreut.

Verschiedene Therapien

Unter ihnen auch der vierjährige Maksim, bei dem vor einem Jahr Leukämie diagnostiziert wurde. „Er hat Glück im Unglück, weil er sich im ersten Stadium der Erkrankung befindet und gute Heilungschancen hat“, erzählt Tatjana Zhuk. Doch nicht alle Kinder in St. Lukas haben so viel Glück. „Viele Kinder sind durch die spezielle Hormon-Behandlung und der Chemotherapie geschwächt und entstellt. Gesunde Ernährung und pädagogische Betreuung sollen den jungen Patienten, helfen, wieder schneller gesund zu werden. „Wir feiern mit den Kindern regelmäßig Feste und bieten Fototherapie, Kunsttherapie, Musik- und Bewegungstherapie“, erzählt Zhuk.

Wenn das Geld reicht, werden auch Ausflüge gemacht. „Diese Aktivitäten sind besonders wichtig, weil sie die Kinder von ihrer Krankheit ablenken und ihnen etwas Lebensfreude geben“, so die Caritas Mitarbeiterin, die mit ihren Vorträgen rund 455 Menschen in Oberösterreich erreichte, welche die Osthilfesammlung der Caritas OÖ mit 3.755 Euro unterstützten.

Die Caritas OÖ betreut in Weißrussland neben St. Lukas noch weitere Projekte, in denen vor allem notleidende, kinderreiche Familien und beeinträchtigte Kinder unterstützt werden. So werden in drei Armenküchen hungernde Menschen täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Für Kinder werden zum Beispiel Schul-Mahlzeiten, Schulsachen und Kinderkleidung finanziert. Das Kinderdorf in Gomel bietet 55 Kindern und Jugendlichen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen ein Zuhause.

Osthilfesammlung 2016

Unter dem Motto „Helfen zu können, macht uns zu Menschen“ möchte die Caritas OÖ bei der Osthilfesammlung im Februar auf die oft „unsichtbare Not“ in unserer Nachbarschaft aufmerksam machen. Angesichts der Wirtschaftskrisen sind viele Menschen in Osteuropa nach wie vor von Armut betroffen. Besonders schwer haben es alte Menschen und Kinder. „Wir brauchen Ihre Unterstützung, um diesen Menschen in unseren Tageseinrichtungen, Behindertenheimen, Schulen, Sozialstationen und Armenküchen z.B. eine liebevolle Betreuung, ein sicheres Zuhause oder eine warme Mahlzeit zu ermöglichen“, so Franz Kehrer, Direktor der Caritas in Oberösterreich. Die Caritas OÖ unterstützt Projekte in Rumänien, Serbien, Bosnien, Weißrussland und Sibirien, um die Situation der von Armut betroffenen Bevölkerung zu verbessern.

Caritas-Spendenkonto:

IBAN: AT203400000001245000

BIC: RZOOAT2L

Kennwort: Osthilfesammlung

Empfänger: Caritas für Menschen in Not


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