Standing Ovations für "Proletenpassion"
STEYR. Kraftvoll stampfend und mit jenem Funken, der den Geist der Revolution befeuern will, brachten Künstlerin Gustav und Band gestern mit der „Proletenpassion 2015 ff.“ das Stadttheater zum Beben. Dafür gab es stehenden Applaus. Heute und morgen ist das sehenswerte Stück noch zu erleben.

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“, formulierte einst Philosoph George Santayana. Mitreißend vermag das in die Gegenwart fortgeschriebene Oratorium, das in den siebziger Jahren die Band „Die Schmetterlinge“ mit Heinz R. Unger in die Welt setzten, genau das bewusst zu machen. In dem auch den vergangenen Aufständischen gegen politische Systeme ein Sprachrohr verliehen wird, und Geschichte aus Sicht der „kleinen Leute“ erzählt wird, erfährt der kritische Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen eine zeitlose Dimension. In der kreativen Umsetzung hebt das preisgekrönte Stück Geschichtsunterricht auf eine künstlerische Ebene, wie man sie nur begrüßen kann. Anspruchsvoll und ganz nah am Menschen zugleich.
Die „Proletenpassion“ ist noch am Freitag, 29., und Samstag, 30. April, jeweils um 20 Uhr im Stadttheater Steyr zu sehen. VVK: Kulturhaus Röda, AK Kultur Linz, Oeticket-VVK-Stellen


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