Initiative: Steyrerinnen geben Plastik einen Korb
STEYR. Seit Jahresbeginn bedeutet Einkaufen für zwei Steyrerinnen nicht länger das unbekümmerte Greifen ins Warenregal. Nur noch plastikfreie Produkte dürfen in ihren Korb. Das Ziel: „Step by Step vom Plastik weg“ und vorzeigen, wie es wirklich klappen kann.

Obst, Müsli, Milchprodukte, Zahnbürsten, Wattestäbchen oder Duschgel, das ihren Vorstellungen entspricht, finden Verena Musikar und Marlis Hilber im Supermarkt kaum. Die beiden Akademikerinnen möchten Waren mit Kunststoff so gut es geht vermeiden. Das ist allerdings nicht einfach.
Vor dem Hintergrund der langen Zersetzungsprozesse und der Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt versuchen die Steyrerinnen mit ihrer neu gestarteten Initiative die Verbraucher, letztendlich aber auch Unternehmen zu erreichen und auf Alternativen zum allgegenwärtigen Kunststoff aufmerksam zu machen. „Es geht uns nicht ums Moralisieren. Plastik war während des fossilen Zeitalters eine Voraussetzung für globalen Handel; das Material steht auch für Wirtschaftsaufschwung, Wohlstand und Fortschritt“, sagt Musikar. Die 29-Jährige hat in Graz „Sustainable Developement“ studiert. „Heute jedoch wäre eine Verringerung des unvorstellbar großen Plastikberges ein Fortschritt - für die Ökologie und für unsere Gesundheit.“
Alternativen finden
Mit dem Vorsatz „plastikfrei“ im Geschäft fündig werden sei durchaus eine Aufgabe. Man müsse sich vorab über Produktinhalte und Verpackungen, die man von außen nicht sieht, genau informieren. „Weder bei Obst und Gemüse noch bei der Zahnpasta kann man einfach zugreifen“, erklärt Musikar. Das Finden von Alternativen bereite ihr aber große Freude, erklärt die 30-jährige Betriebswirtin Marlis Hilber. „Man weiß mit der Zeit, welche Möglichkeiten es gibt. Viele kleine Dinge konnten im Nu umgesetzt werden, wie Schraubgläser statt Frischhaltefolie“, erzählt sie. „Unser Ziel ist es, viele Tipps geben zu können, die zeigen wie einfach und vor allem sinnvoll es ist, Plastik zu vermeiden und zu ersetzen.“
Auch mit regionalen Unternehmen haben die Steyrerinnen bereits Kontakt aufgenommen. „Vor allem im Lebensmittelbereich gibt es in vielen Fällen noch keine alternativen Verpackungen“, so Hilber, „da ist noch viel Nachdenkarbeit nötig. Das Bewusstsein ist aber da.“
Stammtisch
Der Stammtisch „Step by Step vom Plastik weg“ am Donnerstag, 2. Juni, um 18 Uhr im Citykino soll eine Initialzündung sein. Musikar und Hilber wollen dabei ihre Erfahrungen mit Interessierten teilen. „Wir wissen, dass wir vom Plastik nur Schritt für Schritt wegkommen. Aber immer mehr wissen, dass wir wegkommen müssen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden