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Tips-Zeitreise KW 23/2010: Baumaßnahme drückt Pegelstand bei Zwischenbrücken um 80 Zentimeter

Robert Hofer, 07.06.2016 13:18

STEYR. 6,6 Millionen Euro wurden bisher in zwei Etappen in den Hochwasserschutz investiert. Der dritte Bauabschnitt im Bereich der Rederbrücke verschlingt den selben Betrag. Im Herbst soll mit den Aushubarbeiten begonnen werden.

Der Ortskai beim letzten großen Hochwasser im Juni 2009. Im Hintergrund ist die Rederbrücke zu sehen, dort soll noch heuer mit dem letzten großen Bauabschnitt zum Hochwasserschutz begonnen werden. Foto: Mitterhauser

Zu Fronleichnam ist die Enns nach dem Dauerregen der Wochen zuvor wieder einmal über die Ufer getreten. Dank der Absperrplatten konnten die Bewohner am Ennskai ihre Häuser vor Wasser und Schlamm schützen. Überhaupt verlief das Hochwasser für Steyrer Verhältnisse glimpflich. „Das kommt bei uns in die Statistik, mehr war es aber letztlich nicht“, sagt Bürgermeister Gerald Hackl (SPÖ). Kritik, wonach die bisher investierten 6,6 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen „hinausgeschmissenes Geld“ wären, lässt der Stadtchef nicht gelten. „Wer so etwas behauptet, ignoriert schlicht und einfach die Fakten.“

Die bisherigen Maßnahmen haben sich hauptsächlich auf den Pegelstand der Steyr ausgewirkt, etwa 30 Zentimeter weniger im Bereich der Schwimmschulbrücke im Wehrgraben. „Wir haben schon beim großen Hochwasser im Vorjahr gesehen, dass die Maßnahmen greifen. Ein Hochwasser werden wir in Steyr nie verhindern können, es geht darum, uns bestmöglich zu schützen“, betont Hackl. Die dritte und letzte Ausbaustufe zum Hochwasserschutz soll noch heuer gestartet werden. Für die Aushubarbeiten in der Enns im Bereich der Rederbrücke ist Niederwasser Voraussetzung. „Wir gehen davon aus, dass es bei der wasserrechtlichen Verhandlung keine Probleme gibt. Wenn alles glatt geht, kann im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden“, so Hackl. Den Großteil der Kosten von über sechs Millionen Euro wird der Bund tragen.

Felsen wird abgetragen

Das Großprojekt beinhaltet einerseits die Abtragung eines Felsrückens im Sohlebereich des Flussbettes – etwa 200 Meter oberhalb der Rederbrücke (Ortskai) – sowie das Ausbaggern von großen Schlamm-Massen. Wo der Aushub gelagert wird, steht allerdings noch nicht fest. Die Stadt möchte dafür die alte Deponie unterhalb des Heubergs aktivieren, um Kosten zu sparen. Am 21. Juni findet dort eine Naturschutzverhandlung statt. Weiters werden zwei Fischaufstiegshilfen errichtet, die Kosten dafür betragen 200.000 Euro.

Die gesamten Arbeiten der dritten Ausbaustufe könnten im besten Fall bereits Anfang 2011 abgeschlossen sein. Der dritte Puzzlestein des Schutzprojektes wird bei einem hundertjährigen Hochwasser im Bereich Zwischenbrücken einen um 80 Zentimeter niedrigeren Pegelstand der Enns bringen.


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