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STEYR. Der Steyrer Franziskaner-Theologe und Lebensberater Ewald Kreuzer gestaltet seit vielen Jahren Verabschiedungsfeiern für Verstorbene mit und ohne religiöses Bekenntnis.

Ewald Kreuzer
Ewald Kreuzer

Das Fest Allerseelen und der Monat November veranlassen viele Menschen, die Gräber und Gedenkstätten ihrer verstorbenen Angehörigen und Freunde aufzusuchen und ihrer zu gedenken. Der Steyrer Theologe Ewald Kreuzer ist als Trauerredner nahezu täglich mit dem Thema Tod beschäftigt.

Bereit sein zu sterben

„Der bekannte Benediktiner Anselm Grün interpretiert es so: Wenn wir bereit sind zu sterben, dann können wir das Leben auch genießen und es in jedem Augenblick ganz bewusst leben. Wer am Leben jedoch festhält, der verkrampft sich und hat Angst vor allem, was ihm das Leben nehmen kann“, sagt Kreuzer.Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, der sich im Widerstand gegen das NS-Regime engagierte und dafür hingerichtet wurde, war überzeugt, dass es trotz vieler unerfüllter Wünsche ein erfülltes Leben gibt. „Es scheint paradox, aber gerade unsere Enttäuschungen, Verwundungen und Verluste befreien uns immer mehr von unserer Angst vor dem Sterben“, so Kreuzer.

Leben und Tod annehmen

Der Lebensberater ist überzeugt, dass Menschen, die ihr Sterben bejahen, innerlich frei werden und einen tiefen Frieden ausstrahlen. „Sie fürchten sich nicht mehr vor dem Tod. Sie können froh jeden Tag erleben und spüren, dass es ein großes Geheimnis ist, zu leben, zu atmen, zu fühlen.“ Besonders Menschen, die sogenannte Nahtod-Erlebnisse hatten, würden keine Angst mehr vor dem Sterben haben. „Sie empfinden jeden Augenblick des Lebens als ein einmaliges Geschenk, das sie nicht vergeuden wollen, indem sie unbewusst dahinleben. So ist gerade die Annahme des Todes - des eigenen und des der anderen - ein Weg zu einem bewussten und intensiven Leben ohne Angst und ohne Hast und der Freude an jedem Augenblick“, sagt Kreuzer.

Zur Person: Ewald Kreuzer (58) ist katholischer Theologe, Mitglied des Franziskanischen Säkularordens (OFS) und diplomierter Lebensberater. Er hält Vorträge und gestaltet Sendungen in Radio Maria. Kreuzer ist zudem Obmann von pro homine – der Verein begleitet Menschen mit Depressionen und deren Angehörige durch Selbsthilfegruppen.


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