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REGION STEYR. Die Statistiker sagen sowohl für die Stadt Steyr als auch für den Bezirk Steyr-Land in den kommenden Jahren eine etwa gleichbleibende Einwohnerzahl voraus. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, stellt man ein deutliches Nord-Süd-Gefälle fest.

  1 / 3   Das Ennstal – hier das Reichraminger Hintergebirge – soll nicht nur für Sportler attraktiv sein. Foto: Eisenbauer

2040 wird bereits jeder Dritte über 65 Jahre alt sein. Mit dem Trend, dass es die Jungen in die Stadt zieht, hat in der Region Steyr in den letzten Jahren vor allem das Ennstal zu kämpfen. Deshalb haben sich die acht Gemeinden Gaflenz, Großraming, Laussa, Losenstein, Maria Neustift, Reichraming, Ternberg und Weyer auf Initiative der Wirtschaftskammer Steyr-Land zum Projekt „Lebensraum Ennstal“ zusammengeschlossen.

Speckgürtel wächst

Die Gemeinden rund um die Stadt Steyr sind in den letzten 25 Jahren zum Teil stark gewachsen. Dietach hat zum Beispiel um über 1000 Einwohner (rund 50 Prozent) zugelegt. Generell gilt: Im Norden des Bezirkes sind die Bevölkerungszahlen gestiegen, im Süden gesunken. 1991 lebten im Ennstal noch 19.065 Menschen in den acht Gemeinden, aktuell sind es um fast 600 weniger. Gaflenz und Ternberg haben zugelegt, alle anderen Orte haben nun weniger Einwohner als noch vor einem Vierteljahrhundert. Am schlimmsten ist Weyer von der Abwanderung betroffen, der Bevölkerungsrückgang im Vergleich zu 1991 beträgt rund zehn Prozent.

Auf Stärken besinnen

Vor allem junge Menschen haben aufgrund fehlender attraktiver Arbeitsplätze in den letzten Jahrzehnten das Ennstal verlassen. Der drohenden Überalterung will man entgegenwirken. Aus dem Pilotprojekt Kompass Demografie ist die Initiative „Lebensraum Ennstal – Da will ich sein“ hervorgegangen. „Wir wollen vor allem bewusst machen, welche Chancen das Ennstal bietet“, sagt Wirtschaftskammer-Obmann Peter Guttmann. Neben einer unberührten Natur sind das durchaus Arbeitsplätze mit Zukunft. Deshalb engagieren sich auch die großen Firmen der Region wie Schneegans, Weber Hydraulik, Lottmann Fensterbänke, die Gebrüder Haider oder Industrietechnik Filzwieser in der Initiative. Auch der Nationalpark Kalkalpen ist Kooperationspartner. „Im Lebensraum Ennstal gibt es 1000 Betriebe. 360 beschäftigen Mitarbeiter, 50 bilden Lehrlinge aus“, so Guttmann. Damit man die Fachkräfte der Zukunft selbst ausbildet und die jungen Menschen gleichzeitig in der Region halten kann, wird bereits viel unternommen. Etwa die Berufs-Infotage oder die Ausstellung #Werktags, die durch die Schulen im Ennstal tourt.

EnnsTaler läuft gut an

Mit der Einführung der Regionalwährung EnnsTaler will man die Kaufkraft in den acht Gemeinden halten. Die Bevölkerung nimmt das Projekt an, in über 50 Betrieben kann man die Gutscheine einlösen. „Es könnten sicher noch mehr sein. Leider ist die Bedeutung der Regionalwährung noch nicht allen Unternehmern bewusst“, so Guttmann.


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