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STEYR. Flucht kann jeden treffen – das ist eine Botschaft der Veranstaltung zum Thema Fluchtgeschichten in Steyr in Geschichte und Gegenwart am Donnerstag, 22. Juni, ab 19 Uhr im Museum Arbeitswelt. Zu Gast ist Soziologe und Politiker Josef Weidenholzer.

EU-Abgeordneter Josef Weidenholzer spricht im MAW. Foto: mian
EU-Abgeordneter Josef Weidenholzer spricht im MAW. Foto: mian

Im Rahmen des Gedenkjahres 500 Jahre Reformation betrachtet der Abend Lebensbeispiele, die an die Vertreibung der Waldenser, der Protestanten und der Juden im Laufe von sieben Jahrhunderten erinnern. Es geht aber auch um die gelungene Aufnahme von Flüchtlingen in Steyr in den vergangenen 70 Jahren. 

Universitätsprofessor Josef Weidenholzer spricht außerdem über die aktuelle weltweite Flüchtlingssituation. Das Publikum kann Fragen stellen, seine Meinungen und Erfahrungen austauschen. Zu Weidenholzers Vortrag gestalten Schüler des evangelischen Oberstufenrealgymnasiums (ROSE) einen szenischen Einstieg. 

Eintritt frei – Spenden erbeten! Anmeldung: Tel. 07252/77351-0

Flucht als Teil von Steyrs Geschichte

„Flucht war in der Geschichte Steyr schon immer ein Thema“, erklärt Steyrs evangelischer Pfarrer Friedrich Rößler. “Tausende mussten aus der Stadt fliehen, ihr Hab und Gut sowie ihr Zuhause zurücklassen, auf tragende Beziehungen mit Familienangehörigen, Verwandten und Freunden verzichten und aufbrechen – oft ins Ungewisse: Die Protestanten im Zuge der Gegenreformation, damals mussten mehr als 2500 Bürger ihre Heimatstadt verlassen, die Juden sowie andere Bürger, die wegen ihres Glaubens oder ihrer politischen Einstellung durch Flucht ihr Leben gerettet haben.

Es haben aber auch Tausende bei uns Aufnahme gefunden: Ende des 2. Weltkrieges waren es die Siebenbürger und andere Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten, später Bosnier aus dem Jugoslawienkrieg und in den letzten beiden Jahren Flüchtlinge aus Syrien und anderen Kriegsgebieten des Nahen und Mittleren Ostens.“


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