Tag des Denkmals: "Heimat großer Töchter"
REGION STEYR. Es ist wieder soweit: Das Bundesdenkmalamt lädt am Sonntag, 24. September, zum österreichweiten Tag des Denkmals, der diesmal unter dem Motto „Heimat großer Töchter“ stattfindet.

Bei freiem Eintritt können auch heuer Interessierte denkmalgeschützte Objekte wie Kirchen, Klöster, Schlösser, Theater etc. und damit das kulturelle Erbe ihrer Heimat entdecken. Spezielle Führungen rücken 2017 einflussreiche Frauen und ihre Wirkungsstätten in den Mittelpunkt.
Schiedlberger Kirche
In der Schiedlberger Pfarrkirche kann man zum Beispiel an der Führung „Maria Theresia und Maria Verkündigung“ teilnehmen. Die eindrucksvolle barocke Ausstattung der unter Kaiser Joseph II. errichteten Kirche stammt aus dem aufgelösten Cölestinerinnenkloster in Steyr. Die Altarraumgestaltung von Franz Josef Altenburg von 2008 setzt einen zeitgenössischen Kontrapunkt. Die Führung bietet Einblick in die Ära Josephs II., dessen Reformen bereits seine Mutter Maria Theresia wesentlich vorbereitete. Die Führung mit Kunsthistorikerin Martina Gelsinger und Ernst Obermayr beginnt am Kirchenplatz um 10.15 Uhr und endet im restaurierten Dachstuhl aus dem späten 18. Jahrhundert. Die Kirche öffnet von 8 bis 18 Uhr.
Einmalige Gelegenheit
In Steyr laden der „Stollen der Erinnerung“, der Jüdische Friedhof und das Bürger- und Handwerkshaus Fabrikstraße 26 (Wehrgraben) zum Besuch ein. In letzterem Objekt stehen ebenfalls starke Frauen im Fokus. Denkmaleigentümerin Ulrike Griebler hat ihr im Kern aus dem Spätmittelalter stammendes Wohnhaus vorbildlich restauriert. Es ist nur an diesem Tag zu besichtigen (10–16 Uhr). Führungen um 10 / 11 / 14 und 15 Uhr leiten Gabriele Schnabl und Thomas Bodory (Magistrat) sowie Ulrike Griebler.
Stollen der Erinnerung
Der 140 Meter lange Luftschutzstollen unter dem Schloss Lamberg, der von Häftlingen des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombenangriffen gegraben wurde, ist Schauplatz der Ausstellung „Stollen der Erinnerung“. Das unmenschliche Schicksal der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in Steyr wird durch Fotos, Dokumente, Zeichnungen und persönliche Berichte vermittelt. Öffnungszeiten: 14–17 Uhr, Besuch ab 14 Jahren; warme Kleidung empfohlen (im Stollen: 8–12 Grad). Am Samstag, 23. September, wird um 15 Uhr eine Führung angeboten (ab Museum Arbeitswelt).
Jüdischer Friedhof
141 Grabsteine, davon 66 von Frauen, erinnern an die jüdische Gemeinde von Steyr. 1874 wurde der Friedhof eröffnet. Das erste und älteste Grab gehört Sophie Weigner, die sechs Monate nach der Eröffnung starb. 1945 sollte der Friedhof zerstört werden, aber das Kriegsende vereitelte dies. Mahnmale erinnern an die 100 Opfer des Todesmarsches ungarischer Juden 1945 und an die 86 Opfer des Holocaust, darunter viele Frauen. Auf einem Steintisch können Steine des Gedenkens niedergelegt werden. 1992 fand hier das letzte Begräbnis statt. Am Denkmaltag ist der Friedhof von 14 bis 16 Uhr geöffnet (Führungen: 14.15 / 15.15 Uhr mit Karl Ramsmaier); männliche Besucher werden nach jüdischem Brauch um Kopfbedeckung ersucht.
Details zum gesamten Programm gibt es auf tagdesdenkmals.at


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