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STEYR. Rund 4000 Menschen nehmen in Steyr jährlich wegen psychischer Erkrankungen das Gesundheitssystem in Anspruch.

Ewald Kreuzer (links) und Wolfgang Glaser vom Verein pro homine
Ewald Kreuzer (links) und Wolfgang Glaser vom Verein pro homine

Depressionen und Suizid sind in unserer Gesellschaft nach wie vor Tabu-Themen. 1198 Menschen haben sich in Österreich im Jahr 2016 das Leben genommen. Damit sterben mehr Menschen an Suizid als nach Verkehrsunfällen. Die Anzahl der Selbstmordversuche liegt in Österreich jährlich im fünfstelligen Bereich. Der Verein pro homine versucht seit über 20 Jahren, diese Themen offen anzusprechen und bietet verschiedene Hilfestellungen an.

Hilfe zur Selbsthilfe

Jeden zweiten Montag im Monat trifft sich im Dominikanerhaus eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige. Vor allem Männer tun sich schwer, mit dieser Krankheit umzugehen. „Das Thema wird nicht kleiner, deshalb müssen wir es in der Öffentlichkeit offensiv angehen“, sagt Vereinsobmann Ewald Kreuzer. Der 10. Oktober ist weltweit der Tag der psychischen Gesundheit, in Steyr findet am kommenden Dienstag ein Vortrag statt. Veranstalter ist der Verein pro homine, der seit Jahren um die Finanzierung seiner Angebote kämpfen muss. Die Unterstützung mit öffentlichen Geldern ist überschaubar. „Dabei wäre das Geld in der Prävention sehr gut investiert“, betont Kreuzer.

Fachärzte fehlen

Das LKH Steyr verzeichnet auf seiner Psychiatrie-Abteilung jährlich 500 Aufenthalte, im niedergelassenen Bereich fehlen allerdings die dringend nötigen Fachärzte, vor allem am Land. „Die Wartezeiten sind enorm, dabei brauchen gerade Menschen mit Depressionen rasch Hilfe“, sagt Wolfgang Glaser, stellvertretender Obmann von pro homine.


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