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STEYR. 27 Punkte wurden im Gemeinderat rasch abgehandelt. Beim letzten Thema der Tagesordnung gingen die Meinungen auseinander.

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Während das Lokal voller Gäste war, wurde Anfang November 2017 ein Flüchtling und Kochlehrling in der Stadlkirchner Hofstub“n von der Fremdenpolizei verhaftet. Grund: Der 20-Jährige aus Pakistan bekommt kein Asyl, wird abgeschoben. Rechtlich war der Einsatz in Ordnung, Gäste und Mitarbeiter dennoch schockiert. Viele Kollegen weinten, war der junge Mann doch fleißig, gut integriert und sprach bereits gut Deutsch.

Vorbild Deutschland

In Deutschland können Flüchtlinge ihre Ausbildung auch bei einem negativen Asylbescheid beenden und anschließend noch bis zu zwei Jahre im Land arbeiten. Eine Gesetzesanpassung in diese Richtung fordern die Steyrer Grünen, die im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag für eine Resolution an die Österreichische Bundesregierung einbrachten. Mit Unterstützung der SPÖ und von Neos-Mandatar Pit Freisais wurde die Resolution auch beschlossen. Die Diskussion davor war heftig. „Wir haben genügend Möglichkeiten, in den eigenen Reihen zu schauen“, sagte etwa FPÖ-Stadtrat Mario Ritter. „Der Ausgang eines rechtsstaatlichen Verfahrens ist zu akzeptieren“, so seine Parteikollegin Evelyn Kattnigg.

„Macht immer Sinn“

Auch die ÖVP verwehrte der Resolution die Zustimmung. „Es ist unmenschlich, wenn sich Asylwerber integrieren und dann trotzdem abgeschoben werden“, sagt Stadtrat Gunter Mayrhofer. Das Problem seien die viel zu langen Asylverfahren. Die Wirtschaftskammer spricht sich übrigens dafür aus, dass Asylwerber bis 25 Jahre in Mangelberufen eine Lehre in Österreich absolvieren können. „Man kann die Jugendlichen nicht sinnvoller beschäftigen, als mit Arbeit. Eine Abschiebung während der Ausbildung ist auch ein Problem für die Betriebe. Ihre Motivation, Flüchtlinge als Lehrlinge aufzunehmen, sinkt“, betont-Grünen-Gemeinderätin Maria Lindinger. Sozial-Stadtrat Michael Schodermayr (SPÖ) sieht im deutschen Modell nur Vorteile. „Es macht immer Sinn. Wenn die Jugendlichen Asyl bekommen, verlieren wir keine Zeit. Wenn nicht, schicken wir sie nach der Lehre gut ausgebildet in ihre Heimat.“<

21 junge Flüchtlinge (19 männlich, zwei weiblich) stehen aktuell in Steyr und Steyr-Land in einem Lehrverhältnis. 17 von ihnen stammen aus Afghanistan. Die Stellen in Mangelberufen haben die Asylwerber (nicht älter als 25) nur bekommen, weil es keine einheimischen Bewerber gab.

Sie sind in folgenden Lehrberufen tätig: Bäcker, Betriebslogistiker, Bodenleger, Einzelhandelskaufmann, Frisör, Kfz-Techniker, Koch, Maurer, Restaurantfachmann, Schilderhersteller, Tischler und Zahntechniker.


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Gastuser
Gastuser
28.03.2018 13:59

Abschiebung von Lehrlingen

Meiner Meinung nach krankt das System an der viel zu langen Dauer der Asylverfahren. Wenn ein Flüchtling innerhalb von wenigen Monaten einen negativen Asylbescheid bekommt, dann ist er noch nicht integriert und die Abschiebung ist kein Härtefall. Wenn er jedoch einige Jahre hier in Österreich zufriedenstellend arbeitet, Deutsch lernt usw. dann ist es tatsächllich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Problem!