Fünf vor zwölf - Steyrer Bauer ruft den Klimanotstand aus

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Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 24.06.2019 08:55 Uhr

STEYR. Er sei der wohl erste Bauer Österreichs, der den Klimanotstand ausgerufen hat, sagt Jürgen Hutsteiner. Der Steyrer möchte ein starkes Zeichen setzen, dass sich an die Politik richtet.

„Seit vielen Jahren investiere ich auf meinem Hof in Energieeffizienz, alternative Energien und damit in den Klimaschutz. Nun komme ich aufgrund wissenschaftlicher Studien zur Erkenntnis, dass trotz meiner eigenen vorbildlich nachhaltigen Arbeit die zukünftige Existenz des Hofes aufgrund überregionaler, durch die Klimaerhitzung ausgelöster Extremwetterereignisse hochgradig bedroht ist“, begründet Hutsteiner seinen Schritt. Den Klimantostand auf seinem Hof hat er am Freitag, 21. Juni, um exakt 11.55 Uhr - also fünf Minuten vor zwölf - ausgerufen. „Mit dem Ausruf des Klimanotstandes zeige ich mich solidarisch mit dem Klimanotstand-Initiator Ernst Walter Schrempf, ÖKO-Hotel Schloss Thannegg (12. März 2019), der HLBLA St. Florian (12. Juni 2019), der Gemeinde Michaelerberg-Pruggern (13. Juni 2019) und der Gemeinde Perchtoldsdorf (19. Juni 2019) welche ebenfalls den Status “Klimanotstand„ ausgerufen haben“, so Hutsteiner.

Hutsteiners Apell im Wortlaut

Weltweit - einschließlich unserer Nachbarländer Deutschland und Schweiz - haben Städte, Kommunen und mittlerweile bereits mehrere Staaten mit diesem Schritt die von Menschen ausgelöste Klimaerhitzung thematisiert und Gegenmaßnahmen eingeleitet. Das mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen wie fridaysforfuture gemeinsam übergeordnete Ziel meiner Aktion ist die Einforderung einer Umsetzung des völkerverbindlichen Pariser Klimaschutzabkommens durch die Regierung. Neben den eigenen Anstrengungen schützt nur dieser Weg die Lebensgrundlagen unsere Kinder und Enkel vor der sich bereits abzeichnenden Klimakatastrophe.

Gäste aus Peru

Der endgültige Auslöser zum Ausruf des „Klimanotstandes“ war für mich, als ich neulich Gäste von Univ. Prof. i. R. Wolfgang Hirschberg aus Peru empfing. Die Hauptstadt Lima muss für immer mehr Menschen Platz finden, weil auf den Hochebenen immer öfter der Regen ausbleibt und die Bauern die Landwirtschaft aufgeben müssen! Da ich mich als Bauer einfach mit den Bauern dieser und anderer Regionen der Welt solidarisch zeige (solch ein Schicksal tut einfach jedem Bauernherzen weh), möchte ich mit meiner Aktion ein starkes Zeichen setzen, das sich an die Politik richtet.

Dürren kommen nach Österreich

Genau die gleichen Dürren stehen uns zeitversetzt in Österreich bevor, wenn wir nicht mit allen Kräften gegensteuern. Der Klimanotstand soll als mahnendes Zeichen dienen und darauf aufmerksam machen, dass es sich tatsächlich um eine Notsituation handelt, in welcher sich unsere Erde befindet. Als Bauer sehe ich die dramatischen Veränderungen in der Natur, zunehmende Trockenheit mit Ernteausfällen und das Sterben des Waldes. Ich hoffe, dass noch viele den Klimanotstand ausrufen, ob Gemeinden, Firmen, Schulen oder andere Organisationen. Bitte, schließt euch alle an!

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