Tag des Denkmals: „Kaiser, Könige und Philosophen“
STEYR. Tag des Denkmals: Fünf Schauplätze laden am Sonntag, 29. September, in der Stadt auf lohnende Entdeckungstouren ein.

Unter dem Motto „Kaiser, Könige und Philosophen“ gewähren auch heuer denkmalgeschützte Objekte bei freiem Eintritt einen besonderen Blick auf unser kulturelles Erbe. In Steyr geboten wird etwa der Altstadtrundgang „Steyr am Vorabend der Renaissance: Kaiser Friedrich III. und Kaiser Maximilian I.“. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt um 1500 ist bis heute Teil ihrer Architektur. Als eine der führenden Städte Österreichs stand Steyr einst besonders im Mittelpunkt des Herrscherinteresses. Rund zweistündige Führungen starten am Denkmaltag beim Rathaus um 10 und 14 Uhr.Das Wahrzeichen der Stadt öffnet an diesem Tag exklusiv seine Tore: Als spätgotischer Profanbau ist das Bummerlhaus einer der schönsten Österreichs. Kaiser Maximilian I. soll den reichen Hausbesitzer Prandtstetter einst um Geld gebeten haben. Der Legende nach drückte der schlaue Hausbesitzer dem Kaiser lächelnd einen Gulden in die Hand und meinte: „Ach, mein Kaiser, Euch gehört ja ohnehin alles!“ Führungen beginnen um 14, 15 und 16 Uhr.
Innerberger Stadel neu
Erstmals am Tag des Denkmals kann der renovierte Innerberger Stadel besichtigt werden. Nach zwei Jahren Bauzeit präsentiert sich das Doppelgiebelhaus aus der Renaissance am Grünmarkt von 10 bis 16 Uhr in neuem Glanz. Der sonst für Besucher gesperrte Dachstuhl des Hauses wird auch gezeigt. Führungen gibt es um 10 und 14 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Haus.
Das ehemalige Wirtschaftsgebäude beeindruckt vor allem mit großzügigen Gewölbehallen im Erdgeschoss, weitläufigen Lagerräumen und mächtigen Holztramdecken. Die Frontseite mit Sgraffito-Verzierungen, dem schmiedeeisernen Doppeladler-Wappen und dem Wasserspeier zählt zu den schönsten Fassaden in Steyr. 2021 ist der Stadel Schauplatz der Landesausstellung.
Jüdischer Friedhof
Am Tag des Denkmals zugänglich ist außerdem der Jüdische Friedhof in Steyr. Er kann von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden (Eingang am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant). Führungen starten um 14.15 Uhr und 15.15 Uhr. Das „Haus der Gräber“ zählt 141 Gräber, davon 66 Frauengräber - viele mit hebräischen Inschriften. 1874 eingeweiht, wäre der Friedhof 1945 beinahe zerstört worden – das Kriegsende vereitelte diesen Plan. Das letzte Begräbnis fand 1992 statt. Seit fast 30 Jahren kümmert sich das Mauthausen Komitee Steyr um den Erhalt. Im Sommer 2019 wurden wieder vier Grabsteine restauriert. Männliche Besucher werden um Kopfbedeckung ersucht.
Stollen der Erinnerung
Die Ausstellung im „Stollen der Erinnerung“ kann am 29. September von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Warme Kleidung empfohlen. Der Eintritt ist an diesem Tag frei (freiwillige Spenden erbeten). Am Samstag, 28. September, wird um 15 Uhr eine Führung geboten. Treffpunkt ist am Eingang des Museums Arbeitswelt. Kosten: 9 Euro


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