15-Milliarden-Hilfsfonds: Steyrer Unternehmer loben Maßnahmen für Wirtschaft

Hits: 376
Mag. Angelika Mitterhauser Mag. Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 07.04.2020 13:12 Uhr

STEYR. Der von vielen Betrieben dringend erwartete 15-Milliarden-Hilfsfonds startet. Neben Krediten mit staatlichen Garantien beinhaltet er nicht rückzuzahlende Zuschüsse. Tips hat mit Unternehmern aus Steyr darüber gesprochen.

Zu den schon laufenden Corona-Hilfsmaßnahmen wie Kurzarbeit und Härtefallfonds kommt nun der schon angekündigte 15-Milliarden-Nothilfefonds. Er gilt für Branchen und Unternehmen von Klein bis Groß, die gänzlich schließen mussten oder mit massiven Umsatzrückgängen kämpfen – vom Händler über den Gärtner bis zum Gastronomen. Geholfen wird mit einem Mix aus Kreditgarantien zur Liquiditätssicherung und nicht rückzahlbaren Zuschüssen.

Liquidität und Ersatz von Schäden

Die Kredite mit staatlichen Garantien von 90 Prozent der Kreditsumme dienen dazu, dem Unternehmen rasche Liquidität zuzuführen. Ansprechpartner sind die jeweiligen Hausbanken der Unternehmen. Anträge sind ab 8. April möglich, abgewickelt wird das Hilfsprogramm durch die neu gegründete Covid-19-Finanzierungsagentur (COFAG).

Das zweite Instrument des Nothilfefonds ist ein steuerfreier, nicht rückzahlbarer Zuschuss für die im Zeitraum der Krise entstandenen Fixkosten wie Mieten, Strom oder Versicherungen, ersetzt werden auch Verluste durch verdorbene oder nicht mehr verkäufliche Waren wie Blumen oder Saisonwaren. Um dies in Anspruch nehmen zu können, muss der Umsatzeinbruch mindestens 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen, ersetzt werden 25 bis 75 Prozent. Die Registrierung für die Zuschüsse soll ab 15. April über das Austria Wirtschaftsservice (aws) möglich sein. Die Auszahlung erfolgt nach Feststellung der Schadenssumme nach Ende des Wirtschaftsjahres.

Missbrauch vermeiden

Voraussetzung ist die Geschäftstätigkeit bzw. Liquiditätsprobleme in Österreich. Unternehmen über 250 Mitarbeiter müssen die Kurzarbeit nutzen. Außerdem dürfen im betroffenen Jahr keine Dividenden fließen, Boni für Vorstandsmitglieder werden beschränkt. Mit speziellen Regelungen und Einschränkungen werde Missbrauch vermieden.

„Lebenswichtig“

Für viele Branchen bedeuten das Hilfspaket und insbesondere das Corona-Kurzarbeitsmodell eine entscheidende Stütze. „Wir haben seit 15. März auf Kurzarbeit umgestellt. Eine lebenswichtige Maßnahme“, so etwa der Steyrer Gastronom und Hotelier Hans Mader, der diese Woche mit einem Take-away startet. Der Sprecher der Altstadtwirte bestätigt eine für alle nie dagewesene Situation: „Es wird ein betriebswirtschaftliches Rechenbeispiel, die Fixkosten und Kosten aus der Kurzarbeit hinsichtlich Liquidität über Monate zu bewältigen. Die Regierungsmaßnahmen machen aber Mut, wieder von einem guten Fundament wegstarten zu können.“ Er hoffe allerdings auch, dass dem Staat selbst nicht das Geld ausgeht.

„Sehr großzügig“

Positiv gibt sich auch Elektro-Outlet-Händler Christian Gstöttner: „Wie viele Unternehmen mussten auch wir schließen. Besonders das Kurzarbeitsmodell finde ich sehr großzügig, es ist für uns völlig ausreichend. Wir haben auch dieses Modell für unsere Mitarbeiter gewählt, denn sie sind das wertvollstes Gut im Betrieb und wir möchten, dass sie nach der Krise alle wieder mit uns durchstarten können.“

Gstöttner sieht für jeden Unternehmer eine Verpflichtung, eine gewisse Eigenkapitalquote zu schaffen, um im Krisenfall zumindest für eine gewisse Zeit durchhalten zu können. „Bei so manchen Betrieben, die schon lange Zeit knapp am finanziellen Limit dahinfahren, stellt sich die Frage, wie lange sie ohne Coronavirus noch existiert hätten.“ Damit meine er nicht die jungen Betriebe, die in der so wichtigen Anlaufphase abrupt abgebremst wurden, „sondern jene Unternehmer, die jeden noch so kleinen Gewinn aus dem Unternehmen ziehen und ins Privatvermögen übertragen.“

Corona-Hilfsfonds

Kredit mit Staatsgarantien: Ansprechpartner für Unternehmen ist die jeweilige Hausbank

Zuschuss: Registrierung ab voraussichtlich 15. April möglich, über das Austria Wirtschaftsservice

 

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Rad-Bus fährt wieder

STEYR/STEYR-LAND. Ab 30. Mai bringt das beliebte Rad-Shuttle wieder an den Wochenenden und Feiertagen in die Nationalpark-Region.

Feine Akku-Kulturhappen zum Neubeginn

STEYR. Das Kulturzentrum Akku nimmt zu Pfingsten wieder seinen Betrieb auf: mit dem Songwriter-Duo blueburyme und einem Best-of von Thomas Franz-Riegler.

Historisches Steyrer Stadttor kam zum Vorschein

STEYR. Bei der Umgestaltung des Brucknerplatzes stießen die Arbeiter auf historisches Mauerwerk. Die Stadtpolitik hat sich bereits auf eine Vorgehensweise verständigt.

Henry-Laden wieder geöffnet

HAIDERSHOFEN. Knapp zwei Monate war aufgrund der Krise auch die Second-Hand-Boutique des Roten Kreuzes in Vestenthal geschlossen.

Erneuter Kellerbrand auf der Ennsleite

STEYR. Zu Christi Himmelfahrt (21. Mai) musste die Feuerwehr zu einem Kellerbrand in die Keplerstraße ausrücken. Nur zwei Tage später gab es dort erneut Feuer - drei Personen wurden verletzt. ...

Klangbett sorgt für Entspannung

GARSTEN/STEYR. Dank einer Spende in Höhe von 4.800 Euro des Rotary Club Steyr können die Bewohner des Landespflege- und Betreuungszentrums in Christkindl nun auf einem neuen Klangbett entspannen. ...

Brand in Fahrradkeller: Drei Verletzte

STEYR. Aus bislang unbekannter Ursache kam es am gestern Abend in einem Mehrparteienhaus in der Keplerstraße zu einem Brand im Fahrradkeller.

Dobernig bringt weltweite Projekterfahrung mit

STEYR. Harald Dobernig hat eine Professur für Prozessmanagement an der Fachhochschule in Steyr übernommen.