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STEYR. Die derzeitige Belastung der Spitäler ist groß, auch am Pyhrn-Eisenwurzen-Klinikum (PEK). Der Ärztliche Direktor Michael Hubich, Pflegedirektorin Walpurga Auinger und der Kaufmännische Direktor Heinz Kosma sprechen von einer fordernden Ausnahmesituation.

  1 / 2   Die Kollegiale Führung des Pyhrn-Eisenwurzen-Klinikums Walpurga Auinger, Heinz Kosma und Michael Hubich (von links; Archivfoto) Fotos: OÖG

Tips: Wie geht es Ihnen derzeit - wie gestaltet sich die Lage im PEK in Steyr?

Michael Hubich: Der tägliche Ablauf im gesamten Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf-Steyr ist geprägt von Covid-19. Beide Häuser befinden sich im Krisenmodus. Der Betrieb ist für alle Mitarbeiter sehr anstrengend und fordernd, verläuft aber geordnet. In einer Taskforce wird täglich die Situation anhand der Fallzahlen, Testquoten und Belegzahlen besprochen und be­urteilt. Dabei sind wir auch in ständiger Abstimmung mit unserem Träger und allen anderen Spitälern. Die steigenden Fallzahlen in der Region beobachten wir mit Sorge. Die Lage ist ernst – daran besteht kein Zweifel.

Inwiefern ist man besser vorbereitet als im Frühjahr?

Heinz Kosma: Bereits im Frühjahr hatten wir Stufenpläne, um den Klinikbetrieb sicherzustellen. Diese wurden weiter ausgearbeitet und optimiert. Unsere Lager sind mit dem nötigen Schutz- und Arbeitsmaterial gefüllt. Wir profitieren jetzt von den Erfahrungen des Frühjahres, ohne den unermüdlichen und besonders flexiblen Einsatz unserer Mitarbeiter wäre das alles jedoch nicht möglich. Dafür möchten wir uns bedanken.

Welche Maßnahmen trifft man für die sich erhöhende Zahl von Covid-Patienten?

Hubich: Wir haben mehrere bestehende Bettenstationen für Covid-19-Patienten vorbereitet, arbeiten hier standortübergreifend eng mit den Kollegen aus Kirchdorf zusammen, die ebenfalls Bettenstationen als Covid-19-Isolierstationen vorgehalten haben.

Wie sieht es bei der Auslastung der Intensivbetten aus?

Walpurga Auinger: Die Lage ist angespannt. Die Zahl der Patienten mit schwerem Verlauf hat in der letzten Woche stark zugenommen. Auch im Intensivbereich sind wir mit Stufenplänen vorbereitet und haben Betten für Covid-19-Patienten vorgehalten. Wir haben hier unsere Kapazitäten nochmals verdoppelt, um die Versorgung von Covid-19 und anderen schweren Erkrankungen sicherzustellen. Vor allem personell sind uns – wie allen Kliniken – jedoch Grenzen gesetzt. Es geht hier nicht um die Anzahl der Betten, sondern die Anzahl der Patienten. Alle Intensivbetten bzw. darin liegenden Patienten müssen von geschultem Personal versorgt werden.

Wie bereitet man sich auf mögliche Personal-Engpässe vor?

Auinger: Im Fall einer weiterhin stark steigenden Zahl an Covid-19-Patienten können wir wie jedes Spital in eine heikle Lage kommen. Alle Mitarbeiter leisten Großartiges. Die stations- und auch fächerübergreifende Zusammenarbeit hilft uns enorm, diesen so noch nie dagewesenen Ausnahmezustand zu bewältigen. So hilft etwa das Team der Physiotherapie beim Umlagern von Patienten; Pflegekräfte unterschiedlichster Abteilungen und Ärzte anderer Fachrichtungen unterstützen auf den Covid-Stationen.

Welche sonstigen organisatorischen Vorkehrungen sind für die kommenden Wochen geplant?

Hubich: Die Lage wird täglich neu beurteilt, um im Ernstfall rasch reagieren zu können. Wichtig ist vor allem auch die Versorgung abseits von Covid-19 aufrecht zu erhalten. Auch wenn ein Normalbetrieb derzeit nicht möglich ist, versorgen wir im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum weiterhin Notfälle, akute Verletzungen und Erkrankungen. Wir appellieren aber noch einmal dringend an die Bevölkerung, alle Maßnahmen wie Abstandhalten, Masketragen, reduzierte soziale Kontakte und Handhygiene einzuhalten.


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