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SIERNING. Manfred Kalchmair spricht im Interview über den näherrückenden Abschied als Bürgermeister, die Verkehrsplanung und wichtige Bauprojekte in der Marktgemeinde.

Vizebürgermeister Richard Kerbl (links) tritt im Herbst als Spitzenkandidat der SPÖ an und will Nachfolger von Bürgermeister Manfred Kalchmair werden. Foto: Gemeinde

Tips:Sie befinden sich in ihrem letzten Jahr als Bürgermeister. Wie blicken Sie auf die mehr als zwei Jahrzehnte als Ortschef zurück?

Manfred Kalchmair: Ich habe es keinen Tag bereut, Bürgermeister in Sierning zu sein und gehe auch heute noch mit Freude an die Arbeit. Viele Projekte haben sich positiv entwickelt und ich sehe mit Freude, wie lebendig Sierning geworden ist. Es war mir immer wichtig, ein Bürgermeister für alle Sierninger zu sein. Ich glaube, es ist mir gelungen, ein Klima des Miteinanders zu schaffen. Natürlich wird man ein wenig wehmütig, wenn man auf eine so lange Zeit zurückblickt. Der Abschied fällt mir aber auch deshalb leichter, weil mit Vizebürgermeister Richard Kerbl jemand zur Verfügung steht, der den Weg, gemeinsam mehr zu erreichen, fortsetzen wird.

Welche Zukunftsthemen beschäftigen die Marktgemeinde?

Manfred Kalchmair: In die Zukunft schauen heißt für uns, sparsam zu wirtschaften. Gesunde und solide Finanzen sind eine ganz wichtige Grundlage für die Entwicklung. Wir haben in den letzten Jahren die Gemeindeverschuldung deutlich reduziert, alleine im letzten Jahr um eine Million Euro. Diesen Weg wollen wir fortsetzen. Gleichzeitig müssen wir intelligent investieren. Zum Beispiel in die Ansiedlung von Betrieben und die Schaffung neuer Jobs. „MY PV“ wird zwei Millionen Euro in die neue Firmenzentrale in Sierning investieren. Mittelfristig werden bis zu 35 hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.

Die Genehmigung der Baurest-Massendeponie durch das Land OÖ ärgert viele Bürger.

Manfred Kalchmair: Der Schutz unserer intakten Umwelt und Natur ist ein ganz wichtiges Zukunftsthema. Wir müssen unsere schönen Naherholungsgebiete in den Ortsteilen nachhaltig vor Verbauung und Zersiedelung schützen. Und wir müssen die Zugänglichkeit dieser Flächen für die Bevölkerung absichern. Gerade jetzt sehen wir, wie wichtig die Erholung in der freien Natur ist. Deshalb kämpfen wir gemeinsam gegen die Errichtung der Baurestdeponie in Sierninghofen-Neuzeug weiter. Die geplante Deponie ist viel zu nah am Siedlungsgebiet und bedroht auch wertvolle Natur- und Erholungsflächen.

Was ist in Sachen Verkehr in Sierning geplant?

Manfred Kalchmair: Wir legen einen großen Schwerpunkt auf den Ausbau der klimafreundlichen Mobilität. Unser Ziel ist, dass wir alle unsere fünf Ortsteile mit sicheren Geh- und Radwegen untereinander verbinden. Der Bau eines Geh- und Radweges vom Ortsteil Pichlern über Steinfeld bis ins Ortszentrum Sierning ist ein Kernprojekt. Dafür laufen die Planungen. Für heuer ist weiters ein Lückenschluss in der Verbindung zwischen den Ortsteilen Sierninghofen und Gründberg vorgesehen. Auch der Radweg nach Steyr entlang der B122 bzw. über eine neue Flussquerung nach Unterhimmel ist weiterhin ein wichtiges Anliegen. Hier ist allerdings die Frage der Finanzierung eine echte Herausforderung. Aber wir erarbeiten gerade eine alternative Streckenführung, die kurzfristig realisiert werden könnte.

Welche Bau- und Sanierungsprojekte stehen an?

Manfred Kalchmair: Wir müssen vor allem die Sanierung unserer Gemeindestraßen weiter vorantreiben. Heuer gibt es dafür ein Rekordbudget von deutlich über einer Million Euro. Ganz wichtig sind auch der Neubau des Musikheims in Hilbern und die Sanierung der Volksschule in Sierninghofen-Neuzeug. In der Schule wollen wir auch gleich die Gasheizung durch eine klimaneutrale Anlage ersetzen. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung unserer Einsatzorganisationen: Ein neues Feuerwehrdepot für die FF Sierninghofen-Neuzeug ist notwendig. Auch den Bau einer neuen Zentrale für das Rote Kreuz unterstützen wir mit ganzer Kraft. Und wir brauchen dringend ein neues Altstoffsammelzentrum (ASZ). Die Wiederverwertung von Altstoffen wird zukünftig immer wichtiger. Das bestehende ASZ in Sierning platzt aus allen Nähten. Wir hoffen, dass wir schon im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen können.


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