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STEYR. Wohin geht die Entwicklung des Steyrer Schlossparks - um diese Frage drehte sich der Diskussionsabend des Forum Schlosspark mit rund 100 Interessierten.

Rund 100 Interessierte kamen in den Dominikanersaal in Steyr. (Foto: Forum Schlosspark)
Rund 100 Interessierte kamen in den Dominikanersaal in Steyr. (Foto: Forum Schlosspark)

Als Vortragender konnte der renommierte Landschaftsarchitekt Alfred Benesch gewonnen werden. Der Experte in Sachen Parkgestaltung hat unter anderem bereits das Entwicklungsleitbild für den Stadtpark Melk entworfen. Vom Forum Schlosspark und der Stadt wurde er eingeladen, mit interessierten Bürgern über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Steyrs grüner Lunge zu sprechen.

Nach einleitenden Worten von Vizebürgermeister Markus Vogl kam zunächst Gabriele Schnabl von der Altstadterhaltung zu Wort. Der Schlosspark sei Teil des Altstadtensembles, betonte sie. Konservierung, Revitalisierung und Neugestaltung müssten daher Hand in Hand gehen. Mit dem Schlosspark sei wie mit Altstadthäusern umzugehen, nicht nur hinsichtlich der dort befindlichen Denkmäler, sondern zum Beispiel auch in Sachen Wegestruktur.

Grüne Vernetzung

Für Landschaftsarchitekt Benesch kann der Schlosspark ein wichtiger Impulsgeber in der Vernetzung der grünen Infrastruktur der Stadt sein. Er plädiert entsprechend für eine Grundlagenforschung zum Park. Zu Erläuterung beleuchtete er dessen Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte mittels alter Pläne, Stiche und Fotografien, von der Gründung im 15. Jahrhundert und der Funktion als Repräsentationsobjekt über den Wandel vom barocken zum englischen Landschaftsgarten bis hin zur Öffnung im 20. Jahrhundert.

Spielplatz, Hundezone, Erholungsraum

Anschließend wurde die heutige Nutzung des Parks mit Sportarena, Kinderspielplatz, Hundezone und Gärtnerei angesprochen. Während die einen ihre ganze Jugend in ihm verbrachten, ist der Schlosspark für andere Transitraum zur Arbeit, Radroute, Ruhezone und Kraftquelle. Mit dem Schlosspark behutsam umzugehen und nicht noch mehr alte Bäume zu fällen, war daher ein großer Wunsch aus dem Publikum. Auch hätten manche gerne, dass alles bleibt, wie es ist. Landschaftsarchitekt Benesch dazu: „Es braucht zeitgemäße Möglichkeitsräume, damit sich auch in Zukunft etwas im Park entwickeln kann“. Der Einheit bzw. dem Zusammenspiel aus gewachsener Natur, Bodenrelief, baulichen Elementen und Wasser müsse dabei jedoch Rechnung getragen werden.

Klimawandel

Auch die Rolle des Parks in Zeiten des Klimawandels und die Notwendigkeit des Umdenkens im gesamten Stadtgebiet wurde im Laufe des Abends immer wieder angesprochen. Außerdem kam die Frage auf, was mit dem brachliegenden Areal beim Wasserturm geschehen werde.

Man wolle sich klimaneutrale Konzepte zur Stadtentwicklung an anderen Standorten wie Villach genauer ansehen, erklärte zu alledem Vizebürgermeister Vogl. Fest stehe, dass ein Park hohe Anforderungen an Verwaltung und Pfleger stellt. In Zeiten des Klimawandels kämen neue hinzu.

Das Forum Schlosspark appellierte abschließend an die Politik, Benesch mit der weiteren Parkentwicklung zu beauftragen.


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