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STEYR. Eine kleine Delegation aus Sesto San Giovanni, einer Industriestadt im Norden von Mailand, ließ es sich von der Pandemie nicht nehmen, in Steyr ihrer ermordeten Angehörigen zu gedenken.

Giuseppe Valota mit seiner Frau am Friedhof in Steyr (Foto: Mauthausen Komitee Steyr)
Giuseppe Valota mit seiner Frau am Friedhof in Steyr (Foto: Mauthausen Komitee Steyr)

Giuseppe Valota, dessen Vater Guido Valota auf einem Todesmarsch Anfang April 1945 in Steyr auf der Brücke über die Enns getötet wurde, kommt seit 14 Jahren regelmäßig her. Beim Italiener-Denkmal am Friedhof wies der 82-Jährige in einer berührenden Rede darauf hin, wie wichtig die Erinnerung an die Opfer für die Gestaltung der Gegenwart und Zukunft ist. „Wir müssen aufmerksam und wachsam sein. Europa muss ein Kontinent des Friedens, der Vermittlung von Werten und der sozialen Gerechtigkeit sein“, so Valota. Ohne Kenntnis der Geschichte und ohne Erinnerung bestehe die Gefahr, dass sich die Geschichte, wenn auch in anderer Weise, wiederhole.

„So berührt“

Mit Vertretern des Mauthausen Komitees Steyr wurde zum Gedenken ein Blumenbukett mit den Schleifen beider Länder niedergelegt. Damit soll auch auf die gemeinsamen Werte hingewiesen werden – die Menschenrechte und das Engagement gegen den Faschismus. Gedacht wurde auch an Cesare Lorenzi, der neben anderen KZ-Lagern auch im Außenlager Münichholz inhaftiert war. Er starb 14 Tage nach der Befreiung 1945 an den Folgen der KZ-Haft. Seine Tochter kam viele Jahre lang immer wieder nach Steyr, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen heuer nicht dabei sein. Urnenfriedhof und Stollen Beeindruckt hat die Gruppe auch das neue Denkmal am Urnenfriedhof, das an 800 KZ-Häftlinge erinnert, deren Urnen 1948 hier beigesetzt wurden. Beachtung fand zudem die neue Inschrift beim Taborstollen. Beim Bau 1943 waren auch italienische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt worden. Beim Abschied sagte der 82-jährige Giuseppe Valota: „Ich bin jetzt so berührt, dass jedes Wort, das ich sagen würde, banal klingt.“


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