Neuerscheinungen: Lohnender Lesestoff aus der Region Steyr
STEYR/STEYR-LAND. Die Ferien- und Urlaubszeit ist voll im Gange, endlich Zeit für eine anregende Lektüre. Autoren aus der Region versorgen unsere Bücherregale mit Material für verschiedenste Interessen.

Kurz vor seiner Veröffentlichung steht Astrid Miglars Debüt-Krimi „Natternkopf“. Auf 400 Seiten schickt die Reichramingerin Hauptkommissar Georg Hammerschmied erstmals auf Spurensuche. Und zwar in ihrer eigenen Heimatgemeinde. In Reichraming geht“s auf einmal mörderisch zu: Gleich drei Leichen stören die sommerliche Idylle und zwingen den eigenwilligen Kommissar zur unliebsamen wie kniffligen Verbrecherjagd. Noch dazu in einem Ort, an dem jeder Bewohner ein Geheimnis zu haben scheint ... Miglars Erstling unterhält seine Leser mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Geplante Erscheinung im Servus Verlag ist im September.
Moderne Poesie
Für Liebhaber von feinsinnigen Gedanken-Miniaturen hat der Bad Haller Schriftsteller Klaus Wieser ein lohnendes Werk herausgebracht. Sein in acht Abschnitte gegliederter dritter Lyrikband „ein wenig noch tanzen“ ist im Verlag Bibliothek der Provinz erschienen. Unter anderem aus seinen ausgedehnten Reisen rund um die Welt hat er dafür geschöpft. Der bekannte Steyrer Schriftsteller Till Mairhofer findet im Buch „zahlreiche vorzügliche Gedichte“, etwa „im titelgebenden Gedicht, das zeigt, wie das Älterwerden die Sensitivität des Mitfühlens steigert, weil nicht mehr das Einzelne zählt, sondern das Ganze.“
Steyrer Geschichte
Wer über die Geschichte der Stadt Steyr etwas erfahren möchte, dem sei die 90-seitige Neuerscheinung „Dazugehörig?“ ans Herz gelegt. Waltraud Neuhauser-Pfeiffer beleuchtet darin das jüdische Leben in Steyr – von den Anfängen bis in die Gegenwart. „An der jüdischen Geschichte der Stadt, die beispielhaft für viele österreichische Orte stehen kann, lässt sich erahnen, wie dünn die zivilisatorische Schicht unserer Gesellschaft ist“, so die Autorin. Ihre Publikation im Verlag Ennsthaler spannt den Bogen von der Ansiedlung im Mittelalter über die wechselhafte Geschichte von Toleranz und Vertreibung bis zur eigenen Kultusgemeinde Ende des 19. Jahrhunderts.
Besonderes Augenmerk legt Neuhauser-Pfeiffer auf die wirtschaftliche Ausschaltung, Deportation und Ermordung der Steyrer Juden unter dem NS-Regime. „Die ehemaligen jüdischen Mitbürger waren in Steyr auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht wirklich willkommen, nur wenige kehrten zurück“, erzählt die Geschichtsexpertin und zeigt einzelne Familienschicksale auf. „Friedrich Uprimny war einer der wenigen, die sich in Steyr wieder niederließen.“ Die Geschichte seiner Familie und von fünf jüdischen Bürgern, die nicht mehr in ihre Heimatstadt zurückkamen und mittlerweile verstorben sind, bleibt dank der Publikation lebendig.
Herzessenz
Der Pfarrkirchner Autor Gerald Motz-Artner ergänzt die neue Leseauswahl mit seinem Titel „Hirnpotenz plus Herzessenz“. Es handelt sich um Lesestoff „zur Kopfentlüftung und Herzstärkung“, wie er schreibt. Das im myMorawa-Verlag erschienene Buch des intuitiven Texters enthält „Liebevolles, Nachdenkliches, Berührendes, Inspirierendes“.


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