Sie hungern und frieren
NEUZEUG. Zwei Tage vor Weihnachten kehrte Jorgos Trompeter von seinem bislang schwierigsten Hilfstransport aus Griechenland zurück. „Es war eine Reise, die mich nicht nur bis an meine Grenzen, sondern manchmal weit darüber hinaus gebracht hat“, erzählt der 65-jährige Neuzeuger.

„Für diese Grenzerfahrungen und die damit verbundenen intensiven Gefühle und starken Empfindungen, für die vielen Tränen, für das Lachen, für die glückstrahlenden Kindergesichter, für die unendliche Liebe, für die vielen Umarmungen, für die Gastfreundschaft, für die zutiefst berührenden Momente, für all das bin ich zutiefst in meinem Herzen dankbar“, so Trompeter nach der Rückkehr.
Dramatisch wie nie zuvor
Zum zweiten Mal war der 65-Jährige heuer schon im Flüchtlingslager Korinth und auch in dem wohl furchtbarsten Flüchtlingslager Mavrovouni auf der Insel Lesbos. „Die Situation dort ist unbeschreiblich und ich bin immer noch zutiefst erschüttert über die furchtbaren Zustände, die dort vorherrschen. Aber auch bei den Menschen, speziell bei den Kindern zum Beispiel in Athen ist die Situation dramatisch wie nie zuvor. Seit 35 Jahren kenne ich diese Stadt, aber noch nie zuvor, nicht einmal annähernd wie in der Wirtschaftskrise, habe ich so unglaublich viel Armut erlebt. Die Menschen haben nicht einmal das Notwendigste zum Überleben. Sie hungern und frieren. Es ist eine andere Kälte als jene, die wir kennen. Diese Kälte ist eine feuchte, schmerzhafte, eine, die in alle Knochen hineinkriecht und sich dort festkrallt. Sehr oft mangelt es auch an warmer Bekleidung“, sagt Trompeter.
600 Paar warme Schuhe
Umso größer war die Freude bei den Menschen in den Flüchtlingslagern über die Sachen, die Trompeter mitgebracht hatte. „So hochwertige Hilfsgüter hatte ich noch bei keinem meiner Transporte. An die 600 Paar neue Winterschuhe, neue, originalverpackte Hand- und Badetücher von der Pfarre Haslach, biologische Lebensmittel von der Familie Reitter aus Droissendorf und der Fattoria La Vialla aus der Toskana, Babynahrung, Milchpulver und 2.000 Tafeln Schokolade von Josef Zotter. „Es sind so viele wunderbare Sachen zusammengekommen, dass ich mich dazu entschlossen habe, im Vorfeld schon vier Paletten Hilfsgüter mit der Spedition nach Griechenland bringen zu lassen. Die Transportkosten dafür hat ein lieber Freund übernommen. Auch die Kosten für das große Transportfahrzeug, das bis zum Rand hin angefüllt wurde, hat mein lieber Freund Otto Hirsch übernommen.“ In diesen Tagen erlebte ich nun persönlich ein Weihnachtsfest, wie ich es mit meinen 65 Jahren zuvor noch nie in meinem Leben erleben durfte. Für mich ist es das wahre Weihnachten.“
Ein Euro Spendengeld für jeden Lebenstag
Vorangegangen waren dem Hilfstransport die erfolgreiche Präsentation des Filmes „kinderaugenblicke“ und ein Fernsehbericht, in dem Trompeter von seiner großen Vision berichtete. Einer Vision von der er dachte, sie sei niemals zu verwirklichen. Wie zu seinem 60. Geburtstag, so träumte der Neuzeuger auch bei seinem 65er davon, aus Dank an den lieben Gott, dass er ihn so alt werden ließ, für jeden gelebten Tag seines Lebens, einen Euro Spendengeld für bedürftige Kinder in Griechenland zusammenbringen zu wollen. Am 3. Dezember 2021 wurde Trompeter 23.741 Tage alt. „Was nach dem Fernsehbeitrag dann aber passierte, ist einfach unfassbar und für mich einfach ein ganz großes Wunder. Selbst jetzt, ein Monat nach meinem Geburtstag, bekomme ich immer noch Geldgeschenke in Form von Wochen, Monaten, ja sogar Jahren. Wenn man die Spendensumme durch die Tage dividiert, wäre ich jetzt 100 Jahre alt, und ohne mich selbst loben zu wollen, für 100 Jahre bin ich doch noch recht gut in Schuss“ berichtet der Neuzeuger lächelnd.
Neue Bücher in Vorbereitung
In den nächsten Wochen und Monaten wird sich Trompeter wieder verstärkt seinen beiden neuen Buchprojekten herzgereist & herzgespeist widmen. „In diese beiden Bücher setze ich ganz große Hoffnungen für die Zukunft meines Kinderhilfsprojektes, weil ein überwiegender Teil des Spendengeldes durch meine Buchprojekte zusammenkommt. Wenn weiterhin alles gut verläuft, dann könnte es im Sommer 2022 die Präsentation der beiden Bücher geben.“


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