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STEYR. Das Mauthausen Komitee Steyr bezieht Stellung zu den Vergleichen von Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust. Diese Vergleiche seien eine Verhöhnung der Opfer.

 (Foto: Tips)
(Foto: Tips)

„In den letzten Wochen und Monaten tauchten in der Öffentlichkeit immer wieder Schilder auf, die aktuelle Gesundheitsmaßnahmen mit Verbrechen des NS-Regimes vergleichen. Da wird etwa ein Vergleich mit der Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden in der Pogromnacht 1938 hergestellt.

Diese Vergleiche sind nicht nur völlig falsch, sondern lösen bei Angehörigen von Holocaust-Opfern, politisch Verfolgten und allen anderen Opfern auch Wut, Trauer und Schmerz aus. Sie verharmlosen die Verbrechen des NS-Regimes und stellen eine Verhöhnung der Millionen Opfer dar.

Wenn aktuelle Gesundheitsmaßnahmen mit der Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden verglichen werden, dann werden die eklatanten Unterschiede bewusst oder unbewusst ausgeblendet. Die Nationalsozialisten wollten aus einem rassistischen und antisemitischen Wahn heraus alle Menschen jüdischer Herkunft vernichten, weil sie zu dieser Volksgruppe gehörten. Die Verfolgung des NS-Regimes traf unterschiedslos alle Menschen mit jüdischen Wurzeln. Sie hatten keinerlei Möglichkeit ihren Status als Jude oder Jüdin zu ändern.

Gesundheitspolitische Maßnahmen stellen keine Verfolgung dar. Wer in den Maßnahmen zur Eindämmung einer Pandemie, die zum Schutz der Gesundheit, vor allem der Schwächeren dienen, ein Bestreben zur globalen Vernichtung sieht, bewegt sich im Bereich der Verschwörungsphantasien. Die Nationalsozialisten demütigten, misshandelten, beraubten und folterten ihre Opfer, bevor diese in Lager interniert wurden, an Seuchen starben, durch Zwangsarbeit zu Tode gebracht oder industriell ermordet wurden.

In einer Demokratie gibt es unzählige legitime Möglichkeiten an Entscheidungen der Regierung Kritik zu üben. Es ist wichtig, dass es diese Möglichkeiten gibt und dass diese hochgehalten werden. Das unterscheidet Demokratien von Diktaturen. Eine demokratische Möglichkeit ist es zu demonstrieren. Die Verharmlosung der NS-Verbrechen und damit die Verhöhnung der Opfer ist keine solche Möglichkeit.

Mauthausen Komitee Steyr


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