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STEYR. Kurt Daucher, Chef des Kulturzentrums Akku, hat ein Buch mit 13 neuen Sagen geschrieben.

Kurt Daucher (Foto: Elias Ramoser)
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Warum heute noch Sagen erfinden? „Erstens sind ja auch die alten Sagen irgendwann einmal erfunden worden, und diese Tradition gehört fortgesetzt und neu belebt“, sagt Daucher. Und zweitens: Es lägen immer noch so viele Geschichten auf der Straße herum – oder sie seien gleich daneben zu finden. „Und die Geschichten sind doch meist viel spannender als irgendeine rationale Erklärung.“ Dass etwa der rote Brunnen so heißt, weil er früher einmal ein Kupferdach gehabt hat, sei eher ernüchternd. „So ein Name schreit doch förmlich nach einer blutigen Geschichte“, schmunzelt der Autor.

Teufelsbach und Pandemie

Dauchers Geschichten sind in Steyr verwurzelt und knüpfen an Relikte an, wie man sie vor allem in der Innenstadt findet – eine Graffito-Malerei auf einer Hausfassade zum Beispiel. Eine der insgesamt 13 Sagen, die sich in Summe über mehr als 100 Buchseiten erstrecken, erzählt davon, wie der Teufelsbach zu seinem Namen kam, eine weitere von einer Flussjungfrau, die liebeshungrige Steyrer Männer zu sich in die Fluten der Enns lockt. „Es ist aber auch eine Pandemie-Sage mit dabei“, verrät der Autor. Dabei sei das Windloch am Damberg ein nicht unwesentlicher Schauplatz. Auch das Personal ist der Stadt Steyr und ihrer Umgebung oft direkt zuzuordnen. So sind unter anderem der Bäckernazl und die Traubenwirtin (beide bekannt aus dem Steyrer Kripperl), die Zwerge im Hof von Schloss Lamberg und die alten Flößer mit von der Partie. Denen, so der Autor, habe man ja vor nicht allzu langer Zeit bei Zwischenbrücken ein Denkmal gesetzt.

Idee ist 25 Jahre alt

Das Buch trägt den Titel „Am Nabel der Welt“ und ist mit der Stadt und der Region eng verbunden. Daucher ist hier geboren, und er lebt auch hier. Produziert und vermarktet wird das Buch vom Ennsthaler Verlag. Der wiederum hat seinen Sitz in einem der Stadtplatzhäuser. Die Idee zum Buch ist übrigens genau ein Vierteljahrhundert alt. „Ich habe damals mein erstes großes Schülertheater-Projekt gemacht“, so Daucher. Dabei seien von seinen jungen Schauspielern Sagen erfunden – und danach unter seiner Regie auf die Bühne gebracht worden. „Und als Beispiel dafür, wie eine Sage funktioniert, habe ich auch selbst eine geschrieben.“

Vier Präsentationsabende

Offiziell präsentiert wird das Buch im Kulturzentrum Akku, und zwar gleich an vier Abenden von Dienstag, 3. bis Freitag, 6. Mai. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Die Musik zu den Lesungen steuern – verteilt auf die vier Veranstaltungen – die Akkordeonistin Michaela Fürnschlief, Sängerin Julia Kaineder (bekannt vom Vokalensemble „Lala“), der Fingerstyle-Gitarrist Markus Schlesinger und Dauchers ehemalige Kindertheater-Kollegin Christina Wakolbinger bei. Alle Infos zu den Präsentationen gibt es auf www.akku-steyr.com. Karten können unter Tel. 0664/73115620 bestellt werden. Das Buch selbst liegt ab Anfang Mai im gut sortieren Buchhandel auf.


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