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GROSSRAMING. Günther Großauer spricht im Tips-Interview über seine ersten beiden Jahre als Bürgermeister, den Zusammenhalt in der Gemeinde und das brennende Thema Energieversorgung.

 (Foto: Gemeinde/Alexander Manigatterer)
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Tips: Sie sind seit zwei Jahren Bürgermeister, wie fordernd ist dieses Amt für Sie?

Günther Großauer: Es ist eine sehr spannende Herausforderung und ehrenvolle Rolle unseren Ort gemeinsam weiter zu entwickeln, zu gestalten und die täglichen Anforderungen und unterschiedlichen Sichtweisen der Bürger unter einen Hut zu bringen. Es ist eine sehr schöne Aufgabe, die Meinungen von vielen Menschen zu hören, zu kennen und diese in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen.

Tips: Hat Corona das Zusammenleben in der Gemeinde verändert?

Günther Großauer: Ja, natürlich hinterlässt eine Pandemie Spuren im Zusammenleben, welche aber ganz unterschiedlich ausgefallen sind. Unser Dorffest war eines der ersten Feste in unserem Ort nach den zwei Jahren Pandemie. Hier hatten wir in allen Belangen einen Rekord – Teilnehmerrekord beim Ortslauf, allgemeiner Besucherrekord und es haben noch nie so viele Vereine mitgewirkt wie 2022. Großraming ist ein sehr aktiver Ort, mit sehr vielen Vereinen – hier spürte man, dass der gesellschaftliche Austausch jedem sehr gefehlt hat. Vereine hatten einen sehr starken Ansturm an neuen Mitgliedern. Nachbarschaftshilfe wird und wurde auch während der Pandemie großgeschrieben, die Landjugend und die Union Großraming übernahmen teilweise Einkaufsfahrten für Familien/Personen in Quarantäne. Die Pandemie hat auch einen neuen – sehr erfolgreichen „Brauch“ gebracht. Seitens der Gemeinde wurde gemeinsam mit den einheimischen Betrieben ein „Weih-Sackerl“ zu Ostern zusammengestellt. Unser Herr Pfarrer hat die Speisen geweiht und die Union Großraming brachte diese zu den Bürgern.

Tips: Was sind die größten Zukunftsthemen für Großraming?

Günther Großauer: Großes Zukunftsthema ist natürlich das Thema Energie. Die Gemeinde beschäftigt sich schon sehr lange damit und ist Vorreiter in Energiesparangelegenheiten und erneuerbarer Energie. 1986 wurde die Gemeinde „Energiespargemeinde“, 1996 sind wir dem „Klimabündnis“ beigetreten. Viele Maßnahmen wurden seither umgesetzt. Zum Beispiel gibt es schon seit 1986 die Heizgenossenschaft Großraming zur Erzeugung von Wärme aus Biomasse. Alle öffentlichen Gebäude, Gemeinde, Schulen, Kindergarten, Pfarramt und viele Familienhäuser im Ortszentrum sind angeschlossen. Auf dem Dach des Heizwerkes wurde heuer eine große PV-Anlage installiert. Im Jahr 2013 wurde im Areal der Kläranlage eine PV-Anlage mit Bürgerbeteiligung errichtet. Der erzeugte Strom wird hauptsächlich in der Kläranlage verbraucht. PV-Anlagen gibt es auch auf der Volks- und Mittelschule. Vor einigen Monaten hat Großraming eine EEG – Erneuerbare Energiegemeinschaft gegründet. Wir sind derzeit in der „Lernphase“, wie wir eine Energiegemeinschaft möglichst ohne zusätzlichen Kostenaufwand abwickeln können. Die Öffentlichkeit soll demnächst über diese Möglichkeiten der Stromerzeugung und der gemeinsamen Stromnutzung in einer Bürgerversammlung informiert werden (eine eigene Homepage wurde bereits erstellt und auch bereits verlinkt mit der Gemeinde-Homepage). Parallel werden wir auch versuchen, eine weitere PV-Anlage mit Bürgerbeteiligung zu installieren, geplantes Objekt ist die Volksschule.

Tips: Welche Bau- und Wohnprojekte sind in Planung?

Günther Großauer: Einerseits wird jetzt im Herbst ein Nahversorger im oberen Ort errichtet. Hier sind wir sehr froh, dass es nach einer langen Durststrecke endlich geklappt hat. Parallel entstehen in der Forsthub-Siedlung zahlreiche neue Häuser (27 neue Bauparzellen). Im nächsten Jahr ist die Generalsanierung der Mittelschule und des Polytechnischen Schule geplant. Der Start wird voraussichtlich im Juli 2023 sein, Fertigstellung ist für Herbst 2025 vorgesehen.

Tips: Was zeichnet Großraming besonders aus?

Günther Großauer: Großraming ist einer der schönsten Wohnorte im Ennstal. Wir sind ein sehr aktiver Ort mit mehr als 40 Vereinen. Neben einem Kindergarten, Volksschule, Mittelschule, Polytechnischen Schule gibt es auch die Landesmusikschule. Kulturell gibt es in Großraming auch einiges, einerseits die Museen andererseits aber auch viele Konzerte, Theateraufführungen und seit vielen Jahren das Europäische Kulturforum - K&K Festival.  Das Ortszentrum punktet mit einem sehr schönen Orts- bzw. Kirchenplatz. Neben dem Ortszentrum gibt es noch sieben Ortsteile, herrliche Wander- und Radwege, schöne bewirtschaftete Almen, eine hervorragende Gastronomie und interessante Sehenswürdigkeiten – Natur, Kultur und Sport mit allen Sinnen und in wunderschöner Umgebung erleben und genießen. Großraming ist auch eine Nationalparkgemeinde, worauf wir besonders stolz sind. Unsere Betriebe sind eine wesentliche Stütze in der Gemeinde. Viele Großraminger können direkt in ihrem Heimtort arbeiten und so auch eine Nahversorgung sicherstellen.


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