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LOSENSTEIN. Lorenz Hinterplattner und Markus Bollwein sind seit der Schulzeit befreundet. Beruflich starten die beiden mit ihrem Start-up „Hive Analytics“ durch.

Markus Bollwein (links) ist das Informatik-Genie, Partner Lorenz Hinterplattner ist seit neun Jahren Imker aus Leidenschaft. (Foto: Hive Analytics)

Fünf Jahre besuchten Lorenz Hinterplattner und der mittlerweile in Steyr lebende Markus Bollwein aus Wilhelmsburg gemeinsam die Höhere Lehranstalt für Umwelt- und Wirtschaft in Yspertal (NÖ). Die beiden 20-jährigen Maturanten gründeten die Firma Hive Analytics und sind mit ihrem Start-up schon sehr erfolgreich. Bei der Startrampe, einem Gründerprogramm der Sparkasse, überzeugte man die Jury und wurde nicht nur mit Platz eins, sondern auch mit 25.000 Euro belohnt. „Das Geld wird in unsere weitere Forschung sowie in den Aufbau unseres Labors in Losenstein investiert“, erzählt Hinterplattner.

Aufgabenteilung

Obwohl erblich nicht vorbelastet, begann er sich schon in jungen Jahren für Bienen zu begeistern und befindet sich mittlerweile in seiner neunten Imkersaison. Im Unternehmen deckt Hinterplattner die Bereiche Kommunikation, Vermarktung und Betreuung der Imker ab. Als Jugendlicher gewann der ehrgeizige Losensteiner viele Wettbewerbe, kürte sich zum zweifachen Staatsmeister und zum Vize-Weltmeister. „Dabei ging es um das Wissen und das Können in der Imkerei, mittlerweile sind die Bienenkrankheiten meine Passion“, so Hinterplattner.

Bienen schützen

Partner Bollwein verantwortet bei Hive Analytics die Bereiche IT & Datenverarbeitung sowie Buchhaltung. Die Jungunternehmer haben heuer im Frühjahr das Pflegemittel SP50 auf den Markt gebracht, das via Online-Shop vermarktet wird. Mit der Mischung aus Pflanzensekundärstoffen will man Bienenvölker auf natürliche Weise vitalisieren und gegen die Amerikanische Faulbrut rüsten. „Bisher hatte man gegen diesen Imkerschreck nichts in der Hand, außer grobe technische Sanierungsverfahren“, sagt Hinterplattner. In Österreich wurden mit SP50 bereits mehrere Tausend Bienenvölker erfolgreich behandelt, jetzt will man nach und nach auch ins Ausland expandieren.

Hohes Arbeitspensum

Um als Jungunternehmer erfolgreich zu sein, ist ein hohes Arbeitspensum nötig. „Das sind in der Regel schon 60 Stunden pro Woche und Mann“, verrät Hinterplattner, der aktuell in Doppelfunktion unterwegs ist. Im Nationalpark Kalkalpen absolviert er als Zivildienst-Ersatz ein freiwilliges Umweltjahr.

Start in Belgien

Der Weg zur Marktreife war ein langer und steiniger. In Kooperation mit der Universität Leuven starteten die beiden 2020 in Belgien mit der intensiven Forschung an 90.000 Pflanzenstoffen. In Laborversuchen wurden ausschließlich unschädliche Substanzen auf ihre bakterizide Wirkung gegen die Amerikanische Faulbrut getestet, wobei die vielversprechendsten Substanzen an infizierten kleinen Kolonien getestet wurden. Alle Proben wurden auch durch Fremdlabore, wie dem Bienenlabor in Graz, untersucht.

Nächster Preis

Die jungen Forscher waren zuletzt auch beim Gipfeltreffen der besten Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik im niederländischen Leiden erfolgreich und holten den „Special Award“ ins Ennstal. Damit qualifizierten sie sich für die „Expo Sciene“ 2023 in Luxemburg.

Das englische Hive im Firmennamen steht für Bienenstock, Analytics für die Analyse. Mehr zum Start-up gibt es online auf hiveanalytics.at

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