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TERNBERG. Gut 150 Menschen gedachten heuer auf Einladung der Katholischen Jugend Ennstal der Opfer des Nationalsozialismus in der Pfarrbaracke. Die Gedenkrede hielt die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures.

Gedenkrede von Doris Bures (Zweite Präsidentin des Nationalrates) (Foto: Haijes)
  1 / 9   Gedenkrede von Doris Bures (Zweite Präsidentin des Nationalrates) (Foto: Haijes)

Das Gedenken fand bereits zum 14. Mal statt. 2008 war bei der Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ mit 45 Jugendlichen aus den Dekanaten Weyer und Steyr im Keller der Ternberger Pfarrbaracke ein Gedenkraum installiert worden. Seither wird hier jährlich den Opfern der NS-Zeit gedacht, auf Anfrage werden auch Führungen angeboten und es gibt ein pädagogisches Begleitkonzept. Mit der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures konnte auch heuer wieder eine prominente Gedenkrednerin gewonnen werden.

Bures zollte den jungen Veranstaltern großen Respekt für ihre engagierte Gedenkarbeit und dankte ihnen dafür im Namen des Parlaments, das sie als „Herz der Demokratie“ bezeichnete: „Es ist ein unschätzbar wertvoller Beitrag, den Sie hier leisten.“ Oft sei zu hören, man solle nicht so viel über die Vergangenheit, sondern lieber über die Zukunft sprechen. „Ich denke, man kann nur über die Zukunft sprechen, wenn man auch die Vergangenheit in Erinnerung behält. Die große österreichische Historikerin Gerda Lerner hat das einmal so formuliert: ‚Zukunft braucht Vergangenheit‘“, so Bures. Ihre eigene Politisierung sei in jungen Jahren von Zeitzeugen und Überlebenden des NS-Terrors geprägt worden. Die persönlichen Erzählungen seien für sie der stärkste Impuls für die Auseinandersetzung mit der Zeit des Faschismus gewesen. Nun, da es kaum noch Überlebende gebe, müsse die Erinnerungskultur für künftige Generationen auf andere Weise wachgehalten werden, so Bures.

Opfernamen verlesen

Im Verlauf der Feier wurden die bekannten Namen der Opfer des KZ-Außenlagers Ternberg verlesen. Bischof Manfred Scheuer und Diözesanjugendseelsorger Vitus Glira sprachen gemeinsam ein Gebet. Zum Abschluss wurden vor der Pfarrbaracke Kränze niedergelegt.

Die musikalische Gestaltung oblag dem Bläser-Ensemble des Musikvereins Ternberg und dem Jugendchor „re-member“. Das Anliegen des Gedenkens in Ternberg wird mittlerweile sehr breit mitgetragen. Als Mit-Veranstalter fungierten die Markt- und Pfarrgemeinde, der Musikverein, das Rote Kreuz, das Katholische Bildungswerk, die Katholische Frauenbewegung, die Katholische Männerbewegung, die Landjugend und das Mauthausen Komitee Österreich. Zahlreiche Ehrengäste aus der kirchlichen und politischen Öffentlichkeit nahmen an der Gedenkfeier teil.


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