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STEYR. Mario Werndl schildert in seinem Leserbrief, warum der Bau der Steyrer Westspange für ihn eine verrückte Idee ist.

Die geplante Trasse der Steyrer Westspange führt vom Bauhaus zur Firma BMD. (Foto: feh)
Die geplante Trasse der Steyrer Westspange führt vom Bauhaus zur Firma BMD. (Foto: feh)

Österreich ist europaweiter Spitzenreiter beim Zubetonieren von Naturflächen. Wir versiegeln 11,5 Hektar oder 16 Fußballfelder täglich, mit Beton oder Asphalt. Damit das auch so bleibt, bauen wir jetzt eine neue Straße. 4,1 Kilometer Fahrbahn für 55 Millionen Euro (bis jetzt), durch ein wunderbares Naturgebiet und das neben einem bestehenden Naturschutzgebiet! Ich kann und will es nicht glauben.

Die Westspange wird direkt gegenüber vom Natura-2000-Schutzgebiet in Rosenegg an die bestehende B122 angebunden werden. Der Lkw-Lärm ist im Naturschutzgebiet jetzt schon so stark, dass dort in großen Gebieten keine Singvögel mehr leben. Dann könnte man das Naturschutzgebiet auch gleich zubetonieren und dort Parkplätze schaffen.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau wurde abgelehnt! Damit dies noch schlimmer wird, ist ein Plus von 25.500 Fahrzeugen durch den Bau der Westspange geplant (Quelle: Land Oberösterreich). Dass mit dieser Straße eine Entlastung des Verkehrs in der Innenstadt erreicht wird, ist sogar in den Zahlen des Landes Oberösterreich selbst widerlegt. Es ist eine beschlossene Mehrbelastung für den Verkehr und für das Steyrer Naherholungsgebiet. Mehr Straßen haben bisher immer für mehr Autos gesorgt.

Was für eine verrückte Idee! Ich weiß immer noch nicht, wie ich das meiner fünfjährigen Tochter erklären soll. Sie liebt die Natur. Wir wohnen in diesem Naturschutzgebiet, welches in Zukunft neben einer Transitstrecke liegen wird.

Ps.: Doch damit ist es aber noch nicht genug. Wo diese Idee herkommt, gibt es noch mehr! Der vierspuriger Ausbau der Ennser Straße wurde schon beschlossen. Angedacht wurde auch: Eine Südspange quer über das Naturschutzgebiet in Unterhimmel bis ins Ennstal. Dieses ist noch nicht beschlossen. Wenn man aber der Strategie des Landes folgt, ist das auch nur eine Frage der Zeit. Dann wird Unterhimmel, Rosenegg unter einer Schwerverkehrstraße liegen. Die Christkindl- und Romantikstadt in der Beton-Nation.

Ich appelliere an alle Verantwortlichen diesen Wahnsinn zu verhindern.

von Mario Werndl, Steyr


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