Autofreier Stadtplatz ist in Steyr derzeit kein Thema
STEYR. Die Stadt steht vor großen finanziellen Herausforderungen, dennoch werde man Steyr nicht kaputtsparen, betont Bürgermeister Markus Vogl (SPÖ), der optimistisch in die Zukunft blickt.

Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie bei der Planung, riesige Herausforderungen und finanzielle Aspekte gaben den Ausschlag, warum der Stadtchef heuer auf den traditionellen Neujahrsempfang im Rathaus verzichtete. Einer Journalistenrunde präsentierte Markus Vogl seine Bilanz aus dem Jahr 2022 und gab einen Ausblick für die kommenden Monate. Beim Dauerthema Westspange ist ein Baustart aktuell weit entfernt.
Westspange ja, aber...
„Es geht hier um eine innerstädtische Verkehrsentlastung. Wenn diese durch die Westspange gegeben ist, werden wir am Projekt dranbleiben“, sagt Vogl, der von Horror-Szenarien wie einer neuen Transitroute nichts hält. Dennoch würden auch die Gegner der Umfahrungsstraße stichhaltige Argumente liefern. Eine neue Verkehrszählung soll nun zeigen, ob es tatsächlich durch den Bau der Westspange zu einer spürbaren Entlastung im innerstädtischen Bereich kommen würde. Die Kosten für das Projekt Westspange belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro, 90 Prozent würde das Land OÖ zahlen, zehn Prozent die Stadt. Viele Steyrer wünschen sich seit Jahren einen autofreien bzw. verkehrsberuhigten Stadtplatz. Derzeit haben für Vogl andere Themen Priorität.
Viele Detailfragen
„Es gilt, viele Detailfragen zu klären und mit Bewohnern und Gewerbetreibenden abzustimmen. Eine dauerhafte Umsetzung würde auch eine bauliche Maßnahme brauchen“, sagt Vogl, der nichts ankündigen will, was nicht umsetzbar ist. Am Wochenende könne er sich einen autofreien Stadtplatz sehr gut vorstellen.
Emotional bewegt
Das Jahr 2022 war geprägt vom Krieg in der Ukraine und all seinen Auswirkungen. Energiekrise und Teuerung haben die Stadt und ihre Bewohner vor große Herausforderungen gestellt. Nach Kriegsausbruch wurde die Stadthalle am Tabor in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz binnen kürzester Zeit zum Erstaufnahmezentrum. „Das hat mich emotional sehr bewegt“, sagt Vogl, der sich selbst als positiven Menschen bezeichnet und deshalb auch dem vergangenen Jahr Gutes abgewinnen konnte. Viele Veranstaltungen – wie etwa das dreitägige Stadtfest – konnten nach zweijähriger Corona-Pause wieder durchgeführt werden. Außerdem lief die Wirtschaft trotz massiver Verwerfungen besser als erwartet.
BMW investiert massiv
Erfreut ist Vogl über das Bekenntnis des BMW Motorenwerks zum Standort Steyr. Der bayrische Konzern investiert bis 2030 rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung und Produktion von Elektro-Antrieben. Die ersten E-Motoren aus Steyr werden 2025 vom Band laufen, in Endausbau sollen pro Jahr 620.000 Stück produziert werden. Außerdem wird AVL seine bisherigen regionalen Standorte im Stadtgut in Steyr zusammenführen und in Gleink einen Schwerpunkt für Wasserstoff-Antriebe bei Lkw und Traktoren setzen.
Kein Stadtmarketing mehr
Im Sommer 2022 verabschiedete sich Daniela Limberger überraschend als Stadtmarketing-Chefin und wechselte nach Leonding. In Steyr wurde die Geschäftsführer-Position neu ausgeschrieben, dann aber wieder zurückgezogen. „Wir werden den Verein Stadtmarketing bei einer Vorstandssitzung auflösen“, bestätigt Vogl. Das Leerstands-Management wird künftig vom TIC im Stadtgut übernommen, Veranstaltungen über die Kultur-Abteilung im Magistrat abgewickelt. Dort werden auch die beiden verbliebenen Mitarbeiter aus dem Stadtmarketing unterkommen.


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