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STEYR. Corona und der Krieg in der Ukraine haben dazu geführt, dass die Krisenvorsorge einen höheren Stellenwert bekommen hat. In der Region Steyr setzt man in puncto Zivilschutz auf Zusammenarbeit.

Karin Nosko (links) und Barbara Spöck (Foto: Mader)
Karin Nosko (links) und Barbara Spöck (Foto: Mader)

1.276 Bürger in Steyr-Land und 1.175 in Steyr wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren in Vorträgen über das Thema Blackout und den notwendigen krisenfesten Haushalt informiert. „Die Auswirkungen eines Blackouts wären groß, auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit klein ist“, sagt Karin Nosko, die im Magistrat den Katastrophenschutz leitet und gleichzeitig als ehrenamtliche Zivilschutz-Bezirksleiterin tätig ist. Für Steyr-Land hat diese Aufgabe Bezirkshauptfrau Barbara Spöck inne.

Gemeinsam versucht man, die Region Steyr bestmöglich auf verschiedene Katastrophen-Szenarien vorzubereiten. „Als Stadt Steyr können wir nicht 38.000 Einwohner versorgen, jeder muss bei sich selbst anfangen“, rät Nosko dazu, nicht nur genügend Lebensmittelvorräte anzuschaffen, sondern auch in der Familie festzulegen, wie man sich im Krisenfall verhält. Kommt es tatsächlich zu einem Blackout, würden in Steyr vier Selbsthilfebasen eingerichtet, jeweils bei den Altersheimen auf der Ennsleite, am Tabor und in Münichholz sowie beim ASZ in der Ennser Straße.

Gemeinden kooperieren

Auch in den Land-Gemeinden gibt es Pläne für den Krisenfall. „Treffpunkte sind in der Regel Schulen und die Rot-Kreuz-Ortsstellen. Einige Gemeinden, zum Beispiel im Kurbezirk, unterstützen sich gegenseitig in der Organisation“, erklärt Barbara Spöck. Für Schulen wurde festgelegt, dass Lehrer bleiben, bis das letzte Kind abgeholt wird. Mit Firmen gibt es Vereinbarungen zur Nutzung von Flächen. So könnten im Krisenfall zum Beispiel Kinder aus dem Ennstal, die in Steyr eine Schule besuchen, zu einem Sammelpunkt bei Solarfocus in St. Ulrich kommen und würden dann per Bus in die einzelnen Gemeinden gebracht.

Viel mehr als Blackout

Zivilschutz bedeutet freilich viel mehr als die Vorbereitung auf einen möglichen, großflächigen und länger andauernden Stromausfall. Auch auf einen atomaren Zwischenfall oder auf Naturkatastrophen sollte man vorbereitet sein. „Extreme Wetterereignisse wie Starkregen haben in Österreich nachweislich zugenommen. Die Unwetter in den letzten Jahren haben bei uns massive Schäden hinterlassen. Fest steht, das Klima ändert sich. Wir müssen unsere Vorsorgemaßnahmen dementsprechend anpassen“, sagen Nosko und Spöck.

Zivilschutztag in Adlwang

Der große Bezirks-Zivilschutztag findet heuer am Sonntag, 4. Juni, von 13 bis 18 Uhr beim Feuerwehrhaus und auf der Festwiese in Adlwang statt. Vor Ort sind die Rettungshundestaffel, ein Hubschrauber des Innenministeriums und Sonder-Einsatzfahrzeuge. Außerdem gibt es Zivilschutz-Vorträge.

Tipps zum Selbstschutz gibt es unter zivilschutz-ooe.at; dort kann man auch verschiedene Produkte für den Notfall erwerben.

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