Ehemaliger Stadtpfarrer Johann Steinbock im Gedächtnisbuch OÖ
STEYR/LINZ. Das Gedächtnisbuch Oberösterreich ist eine Sammlung der Biografien von Menschen, die im Nationalsozialismus aus den verschiedensten Gründen verfolgt wurden.

Das Buch kann im Mariendom Linz und im Linzer Schlossmuseum aufgeschlagen werden. Ein Beitrag widmet sich dem ehemaligen Steyrer Stadtpfarrer Johann Steinbock (1909–2004). Verfasst hat ihn Karl Ramsmaier, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Steyr.
KZ Dachau überlebt
Der Geistliche Johann Steinbock bekam im März 1939 in Ried im Innkreis Schulverbot und wurde daraufhin Kooperator der Vorstadtpfarre St. Michael in Steyr. Im September 1941 verhaftete man ihn wegen Betätigung in einer „illegalen Organisation“ zum Nachteil des Deutschen Reiches. Es lagen weder Beweise vor, noch wurde Anklage erhoben.
Trotzdem wurde Johann Steinbock am 23. Jänner 1942 ins Konzentrationslager Dachau überstellt. Seine mehr als dreijährige KZ-Haft war geprägt von Hunger und Zwangsarbeit. 1945 wurde Steinbock von US-amerikanischen Truppen befreit. Bald darauf kehrte er als Kooperator nach Steyr in die Pfarre St. Michael zurück. Ab 1947 arbeitete er als Seelsorger in der Stadtpfarre und als Religionslehrer an der HTL Steyr, ab 1951 bis Mitte der Achtzigerjahre war er Steyrer Stadtpfarrer.
2004 starb Johann Steinbock mit 94 Jahren. Er ist am Taborfriedhof begraben.


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