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STEYR. Werner Graf hat über 40 Jahre Erfahrung als Polizist. In der kürzlich angetretenen Pension will sich der 61-Jährige der Verkehrsschulung widmen und appelliert vor allem an die Generation 50+, ihr Wissen aufzufrischen.

  1 / 4   Dass nicht alle Autofahrer das Reißverschluss-System richtig anwenden können, kann man täglich beim Einkaufszentrum Hey! Steyr am Tabor beobachten. (Foto: rh)

Laut einer Asfinag-Studie aus dem Jahr 2022 mit 3.500 Teilnehmern halten sich 68 Prozent der Österreicher für gute oder sehr gute Autofahrer. Dass Selbstwahrnehmung und Realität oft weit auseinanderklaffen, weiß der Steyrer Werner Graf aus seiner langjährigen Berufserfahrung als Polizist nur zu gut. Er bekam in Zuge von Gesprächen bei Verkehrskontrollen von Fahrzeuglenkern immer wieder zu hören, dass man sich auf das Bauchgefühl verlässt, vor allem dann, wenn man aufgestellte Verkehrszeichen nicht sicher deuten kann.

Unwissenheit kann teuer sein

„Die Führerscheinprüfung ist oft Jahrzehnte aus und leider zeigt sich, dass das Bauchgefühl eben nicht den Verkehrsregeln entspricht“, erzählt Graf, der deshalb dafür eintritt, das Autofahrer regelmäßig eine Schulung absolvieren. Vorschriften ändern sich laufend. Wohnstraßen, Begegnungszonen oder Fahrradstraßen gab es früher nicht. „Auch die Bodenmarkierungen haben sich verändert. Zudem gibt es mehr Radwege und neue Verkehrssituationen, zum Beispiel durch E-Scooter“, sagt Graf.

Autofahrer würden sich oft aus mangelndem Wissen falsch verhalten. Das könne mitunter teuer werden. Etwa wenn man einen Blechschaden nicht meldet und auch keinen Unfallbericht ausfüllt, weil sich die Unfallgegner zunächst darauf einigen, den Sachverhalt privat zu klären. Kommt es dann doch durch einen der beiden Unfallgegner zu einer Anzeige, blüht dem Verursacher wegen Fahrerflucht eine Strafe von bis zu 750 Euro.

Auch das beliebte „Mittelspur-Fahren“ auf der Autobahn ist strafbar, genauso das Nichtbilden der Rettungsgasse. „Diese ist schon bei stockendem Verkehr zu bilden, was vielen nicht bewusst ist“, so Graf. Beruflich war der 61-Jährige im Bildungszentrum OÖ als Lehrender tätig und schulte seine Polizei-Kollegen im Umgang mit neuen Vorschriften im Straßenverkehr. Dieses Wissen will der Jungpensionist weitergeben und hat mit der VHS Oberösterreich den Kurs „Fit im Straßenverkehr“ ins Leben gerufen.

Für Feuerwehr und Rettung bietet der Steyrer die Kurse kostenlos an, zudem steht er mit mehreren Gemeinden in Kontakt. „Ohne die Vorschriften zu kennen, kann man sich nicht sicher im Straßenverkehr bewegen“, betont Graf.

Weniger Unfälle

Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten würden. Deshalb appelliert Graf auch an die Politik, gesetzliche Grundlagen zu schaffen.


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