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Bad Haller Mittelschüler entdeckte früh das Talent zum Schnitzen

Online Redaktion, 08.02.2026 10:31

BAD HALL. Die Schüler der dritten Klassen der MS Bad Hall führten ein Interview mit einem jungen Schnitzkünstler. Das Gespräch entstand im Kurs Journalismus im Rahmen des Faches Kreativ-Karussell. Das Besondere daran: Raphael, der dieses außergewöhnliche Hobby betreibt, ist ein Klassenkamerad.

Schnitzkünstler Raphael (Foto: MS Bad Hall)
  1 / 2   Schnitzkünstler Raphael (Foto: MS Bad Hall)

Wie bist du zu deinem besonderen Hobby, dem Schnitzen, gekommen?

Raphael: Über meinen Großonkel, der professionell schnitzt. Er hat eine eigene Werkstatt daheim und natürlich viel Werkzeug, das er mir einmal gezeigt hat.

Seit wie vielen Jahren machst du das schon?

Raphael: Ich habe in der 4. Klasse Volksschule angefangen, also seit ungefähr vier Jahren. Ein Jahr später habe ich auch einen Schnitzkurs gemacht, und vor zwei Jahren habe ich dann noch einen weiteren Schnitzkurs in Tirol gemacht. Deswegen glaube ich, kann ich das jetzt eigentlich eher gut.

Welche Kunstwerke schnitzt du, und was machst du damit?

Raphael: Meistens schnitze ich flach und Relief, also auf einem Brett, aber manchmal mache ich auch Statuen.

Kannst du vielleicht noch ein bisschen näher darauf eingehen, was für Statuen hast du bisher gemacht?

Raphael: Bisher habe ich eine Maus und einen Bären geschnitzt und aus dem Brett habe ich ein Schwert für meinen Bruder gemacht. Außerdem gibt es bereits eine geschnitzte Biene. Aktuell bin ich gerade dabei ein Brett zu schnitzen, auf das die Urkunde von meinem Schnitzkurs kommt.

Was genau macht dir Spaß am Schnitzen?

Raphael: Dass man zur Ruhe kommt und an den Kunstwerken, wenn sie fertig sind, freut man sich sehr. Zum Beispiel dass man sein Zimmer oder das Haus dadurch verschönern kann. Das macht mich schon stolz, wenn ein Schnitzwerk in unserem Haus steht.

Wie viel Zeit verbringst du mit dem Schnitzen?

Raphael: Ungefähr fünf Stunden in der Woche. Ich plane mir das zwar nicht fix ein, aber meistens ergibt sich das am Wochenende, weil ich da mehr Freizeit habe. Das Gute daran ist, dass man nicht unbedingt gleich ein paar Stunden an einem Stück arbeiten muss. Manchmal gehe ich nur für eine halbe Stunde zu einem Schnitzwerk. Da bringt man auch schon viel zusammen.

Welche Ausrüstung braucht man für dieses Hobby und wie viel kostet sie?

Raphael: Man braucht Schnitzmesser, davon habe ich zwei Sets, und eigene einzelne Messer. Die kosten, wenn sie eine gute Qualität haben, ungefähr 30 bis 40 Euro pro Messer.

Ein Set kostet ca. 50 Euro, da sind dann zehn Messer drin, aber sie sind halt nicht so gut, weil sie meistens zu wenig geschliffen sind. Die muss man dann selber nachschleifen. Man kann auch ein Stanley-Messer nehmen, das funktioniert nicht ganz so gut wie ein Schnitzmesser, aber es geht.

Wo schnitzt du?

Raphael: Mein Papa hat eine Werkstatt, da arbeite ich meistens, oder in meinem Zimmer natürlich. Wenn ich youtube-Videos mache, gehe ich den Wald. Dort habe ich mir einen eigenen Schnitzplatz gesucht. Kleinere Figuren mache ich am liebsten in meinem Zimmer, aber bei größeren Werken, für die ich zum Beispiel Stöcke brauche, bin ich lieber im Wald. Meinen Schnitzplatz dort erkennt man gleich, weil überall Holzspäne rumliegen.

Woher bekommst du das Holz?

Raphael: Die Stöcke suche ich mir im Wald. Und die Bretter bekomme ich von meinem Großonkel. Die stapeln sich in meinem Zimmer.

Du bist auf youtube unter woodinspiration_10 zu finden. Was ist in deinen Videos zu sehen?

Raphael: Die Videos zeigen Tutorials, in denen ich genau erkläre, wie man so ein Schnitzwerk macht. Vielleicht kann ich so mehr Leute zum Schnitzen motivieren.

Hast du dich bei deinem Hobby schon einmal verletzt?

Raphael:  Ja, ich habe mich schon öfter in den Zeigefinger geschnitten, weil ich vergessen habe, meine Handschuhe anzuziehen. Die Wunden sind aber nicht besonders tief.

Welches Holz benutzt du? Welches ist besonders gut geeignet?

Raphael: Ich nehme meistens Zirbenholz, weil es erstens gut riecht und zweitens gegen Motten hilft. Man kann den Duft sogar verstärken, wenn man das Holz nass abwischt. Ein Vorteil ist auch, dass Zirbe weich und deshalb gut zu bearbeiten ist. Mit hartem Holz habe ich noch nicht gearbeitet, da braucht es halt auch mehr Kraft.

Gibt es einen großen Traum, ein bestimmtes Kunstwerk, das du einmal schnitzen möchtest?

Raphael: Einmal möchte ich ein großes Tier schnitzen, vielleicht einen Bären, der auf zwei Füßen steht. Aber das wird schon viel Zeit einnehmen.

Wie lange brauchst du für so eine Statue?

Raphael: Die Maus, zum Beispiel, habe ich in meinem zweiten Schnitzkurs in Tirol gemacht. Dafür habe ich zwei Tage gebraucht. Aber wenn ich das daheim mache, ohne Hilfe, dann würde ich länger, vielleicht vier Tage, brauchen. Ein Schwert etwa geht in einem Tag. Grundsätzlich kann man sagen, je detailreicher ein Schnitzwerk werden soll, desto schwieriger wird es und desto länger braucht man. Das hat nicht unbedingt mit der Größe zu tun.

Was würdest du sagen, welche Fähigkeiten braucht man zum Schnitzen?

Raphael: Geduld, Kreativität und handwerkliches Geschick.


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Antworten
Bia B.
Bia B.
08.02.2026 13:41

Gratuliere zu Deinem tollen Hobby

Es ist toll mit Holz zu arbeiten, ich arbeite mit dem Brandeisen Bilder ins Holz. Lg Bianka