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Vier diözesane Medaillen gingen in die Region Steyr

Robert Hofer, 16.05.2026 09:42

REGION STEYR. Bischof Manfred Scheuer überreichte Florian- und Severin-Medaillen an engagierte Christen aus ganz Oberösterreich. Zwei Ehrungen gingen nach Steyr, je eine nach Ternberg und Waldneukirchen.

Bischof Manfred Scheuer mit Hermann Infanger (Foto: Diözese Linz/Kienberger)
  1 / 4   Bischof Manfred Scheuer mit Hermann Infanger (Foto: Diözese Linz/Kienberger)

Die Ehrenzeichen werden an Persönlichkeiten verliehen, die sich über einen längeren Zeitraum (mindestens zehn Jahre) besonders anerkennenswerte Verdienste im pastoralen oder in einem mit der katholischen Kirche zusammenhängenden sozialen, kulturellen, gesellschaftspolitischen oder organisatorischen Bereich erworben haben.

Die Florian-Medaille würdigt überregionales Engagement, die Severin-Medaille wird für Verdienste auf lokaler Ebene vergeben.

Florian-Medaille für Johanna Eisner

Die gebürtige Osttirolerin Johanna Eisner (83) heiratete 1966 Reinhard, mit dem sie zwei Söhne hat. Seit 1982 lebt Eisner in Steyr, wo sie ihr ehrenamtliches Engagement in der Pfarre Christkindl begann.

Besonders in der Kirchenpflege und in der Liturgie bringt sie sich ein. Als Kirchenführerin hatte sie Auftritte in Radio und Fernsehen.

1987 begann Eisner in Linz das Theologiestudium. Aus Krankheits- und familiären Gründen mussten sie dieses immer wieder unterbrechen, schloss es schließlich 2013 ab.

Über Jahrzehnte hinweg prägte die Steyrerin den kfb OÖ entscheidend mit. Eisner war Mitarbeiterin im Treffpunkt der Frau im Dominikanerhaus Steyr und Referentin für die kfb OÖ.

Ganz besonders nahm sie sich des Ökumenischen Weltgebetstags der Frauen an. Aufgrund ihrer Bemühungen fand in Steyr Stadt im März 1983 die erste gemeinsame Weltgebetstags-Feier katholischer und evangelischer Frauen statt.

Severin-Medaille für Heinrich Brugger

Ebenfalls aus der Pfarre Christkindl ist Heinrich Brugger (87), dem die Severin-Medaille verliehen wurde. Der gebürtige Linzer verbrachte nach dem Abschluss der HTL für Hoch- und Tiefbau zwei Jahre in Australien. 

1963 heiratete er Erika; vier Kinder wurden ihnen geschenkt. Beruflich war Brugger bei  der Strabag, bei der EKW und bei der OKA tätigt. Mindestens seit den 1960er-Jahren ist er bei der Suchtkrankenhilfe „Blaues Kreuz“ aktiv.

Des Weiteren ist er Gründungsmitglied des Vereins „Gemeinsam für Gerechtigkeit“, der als Träger des Weltladens Steyr gesellschaftspolitische Verantwortung übernimmt.

Seit 1973 lebt Brugger in Steyr und ist seitdem aus dem Christkindler Pfarrleben nicht wegzudenken. Er engagierte sich in der Ministranten-Pastoral, hielt Vorträge für Kinder und organisierte verschiedene Spiele.

Jahrzehntelang war Brugger bei der Katholischen Männerbewegung und vertrat diese im Pfarrgemeinderat. Außerdem führte er in Christkindl die Sei-So-Frei-Aktion durch.

Des Weiteren waren er eines der ersten Mitglieder im Ecuador-Arbeitskreis der Pfarre. Sein soziales Engagement schloss auch die Begleitung von Menschen im Flüchtlingsheim in Unterhimmel ein. Brugger übte mit den Geflüchteten für den Führerschein, begleitete sie bei vielen Behördengängen und gab Deutschunterricht.

Zwanzig Jahre lang, von 2005 bis 2025, war Brugger Leiter und Organisator des Christkindler Kulturtreffs. Lange Zeit engagierte er sich als Kirchen- und Krippenführer.

Severin-Medaille für Hermann Infanger

Hermann Infanger (71) wurde 1955 in Maria Neustift geboren, der gelernte Elektriker arbeitete in der Straßenmeisterei. 1977 heirateten er Bernadette, mit ihr und den zwei Kindern lebte er in Kleinraming. Liebevoll pflegte Infanger seine Frau in den 19 Jahren ihrer Krankheit bis zu ihrem Tod 2009.

Seit 2010 lebt Infanger mit seiner zweiten Frau Heidi in Ternberg. Der begabte Handwerker brachte sein Talent schon in der Pfarre Kleinraming ein und leitete dort 20 Jahre lang die Wallfahrt nach Maria Neustift. Er war Vorbeter und im Pfarrkirchenrat.

In der Pfarrgemeinde Ternberg übernimmt Infanger seit 2010 viele Aufgaben. Er baute eine Seilwinde für den Adventkranz, machte mit der KMB den Dachboden der Kirche und den Kirchturm zugänglich, reparierte das Kirchendach und die Glockensteuerung.

Der mechanischen Turmuhr aus dem Jahr 1880 hauchte Infanger neues Leben ein. Bei der Kirchturmrenovierung von Februar bis Juni 2025 übernahmen er die Bauaufsicht und war fast täglich auf der Baustelle. Interessierte erhalten bei ihm eine Kirchturmführung.

Zudem hatte er an der Friedhofserweiterung und -Umgestaltung 2018 bis 2019 einen maßgeblichen Anteil. Infanger engagierte sich vielfach, etwa auch bei der Feuerwehr und beim Roten Kreuz.

Severin-Medaille für Marianne Damböck

Marianne Damböck wurde 1953 in Tamsweg geboren, kam mit fünf Jahren nach Waldneukirchen. Als sie 1972 Leopold heiratete, übernahm sie mit ihm die Tischlerei und Bestattung seiner Eltern.

Die Mutter von drei Kindern absolvierte eine Tischlerlehre. Im Alter von nur 40 Jahren erlitt sie durch den plötzlichen Tod ihres Mannes einen schweren Schicksalsschlag. Dennoch legte sie die Meisterprüfung im Tischler-Handwerk ab. 2014 heiratete Sie Detlef Heyss.

2007 wurde Damböck erstmals in den Pfarrgemeinderat gewählt. Sie erhielt die meisten Stimmen, die Wahl zur Obfrau war eine logische Folge. Zu dieser Zeit konnte nicht regelmäßig ein Priester vor Ort sein. Die Pfarre wurde von Dechant Karl Gruber als Pfarrprovisor geleitet; de facto waren Marianne Damböck mithilfe des Seelsorgeteams das Gesicht und die Stimme der Pfarre.

Sie nahm die Funktion der Dienstvorgesetzten für die pfarrlichen Angestellten wahr, bis 2009 Alois Hofmann als Pfarrer installiert wurde. Zwei Perioden lang waren Damböck eine äußerst aktive PGR-Obfrau und vertrat das Dekanat Molln im diözesanen Pastoralrat.

Seit 2013 leitet die heute 73-Jährige das Katholische Bildungswerk ihrer Pfarre und organisiert gemeinsam mit dem Team zahlreiche Veranstaltungen, zum Teil für Hunderte Besucher.

Außerdem waren Damböck für Flohmärkte verantwortlich und für Dorfabende – die meisten Texte, die dort zum Einsatz kamen, stammten aus ihrer Feder.

Bei zahlreichen Totenwachen ist sie Vorbeterin; als Bestatterin gestalten Damböck die Hausabholungen Verstorbener mit christlichen Riten. 


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