In Weyer hat Anonymität viele Gesichter
WEYER. Das Projekt „Schaufenster der Kunst Weyer“, das zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum präsentiert und leerstehende Geschäftslokale zu temporären Ausstellngsflächen macht, geht in die nächste Runde.

Ab 24. Juni und bis 24. August sind Arbeiten der Waidhofner Künstlerin Ingrid Mühlbachler in den Fenstern am Marktplatz in Weyer zu sehen. Die Eröffnung der Ausstellung ist am Dienstag, 23. Juni, um 19 Uhr in der Ruhezone des Marktplatzes Weyer. Die Eröffnungsrede hält Leopold Kogler, der Eintritt ist frei.
Im Zentrum der aktuellen Werkserie steht ein hochaktuelles gesellschaftliches Thema: Anonymität als Mechanismus von Mobbing auf digitalen Plattformen. Hinter der Maske des Unbekannten werden Aussagen gemacht, Bilder veröffentlicht und Anschuldigungen verbreitet, die im direkten persönlichen Kontakt oft undenkbar wären. Die Künstlerin untersucht dabei unterschiedliche Erscheinungsformen digitaler Anonymität: die anonyme Gruppe, die Gerüchte streut, das anonym veröffentlichte Foto, das Menschen bloßstellt, oder den scheinbar netten Kommentar, der eigentlich zu weit geht.
Mühlbachlers Arbeiten stellen grundlegende Fragen: Was ist wahr, was ist Inszenierung? Welche Verantwortung tragen wir selbst im digitalen Raum?
Eine besondere Wirkung entsteht durch die Präsentation der Werke im Schaufenster. Wer vor dem Bild steht, sieht oft das eigene Spiegelbild genau dort, wo sich im Bild eine leere Maske befindet. So werden die Betrachter selbst Teil des Kunstwerks.
Die Bilder laden dazu ein, über das eigene Verhalten im digitalen Raum nachzudenken. Bin ich nur Zuschauer? Bin ich betroffen? Oder trage ich selbst Verantwortung für das, was online passiert?
Den Audioguide zum Rundgang durch die Ausstellung gibt es zum Download auf auf www.schaufensterderkunst.at


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