Gleinkerbach: Bündnis fordert Schutz wertvoller Quellen
STEYR. Quellen, ein kleiner Erlenbruchwald und seltene Arten finden sich im Föhrenschacherl im Nordwesten von Steyr, der streng geschützte Steinkrebs ist hier nachweislich noch zu finden. Nun gibt es Bemühungen, das Teilgebiet als Naturdenkmal zu erhalten.

Im Föhrenschacherl liegt der letzte naturnahe Quellbereich des Gleinkerbaches in Steyr. Hier entspringen mehrere Quellbäche, die das ganze Jahr über Wasser führen und den Gleinkerbach speisen. Anders als andere Zuflüsse sind sie nicht verbaut. Schon eine Kartierung der Stadt Steyr aus dem Jahr 2005 stufte den Bereich als besonders wertvoll ein. Das betreffende Gebiet liegt auf zwei privaten Grundstücken, das Waldstück wird nur wenig für Brennholz genutzt. Wege gibt es nicht.
Seltener Steinkrebs im Gleinkerbach
2025 wurde im „Schacherl“ zufällig ein Steinkrebs entdeckt. Lebensraumverlust, invasive Arten und die Krebspest machen dieses Tier heute zur bedrohten Art. Der Verein „Grüngürtel statt Westspange“, die Gemeinderäte der Steyrer Grünen und die Klimaschutz-Initiative „da Huat brennt“ gaben deshalb eine wissenschaftliche Erhebung in Auftrag. Sie bestätigte einen bedeutenden Bestand: „Das Gleinkerbach-Einzugsgebiet (EZG) ist ein gut isoliertes Kleinstgewässer mit einer intakten, selbst reproduzierenden Steinkrebspopulation. Aufgrund des Status einer FFH-II-und-V-Art sowie Rote-Liste-Art kommt dem Gleinkerbach-EZG eine hohe natur- und artenschutzfachliche Relevanz hinzu.“ Auch das Farnähnliche Starknervmoos und eine Art der Quellschnecken kommen im Schacherl noch vor. Quellfluren sowie Erlenbruch- und Sumpfwälder gelten als selten oder gefährdet.
Westspange als Gefahr
Laut dem Verein „Grüngürtel statt Westspange“ droht den Quellen durch die geplante Westspange die Zerstörung in ihrer heutigen Form. „Problematisch wäre vor allem die monatelange Bauzeit, die den Zufluss der Quellen und die sommerkalte Wasserqualität beeinträchtigen würde. Das wäre für Steinkrebse und Quellschnecken das Ende“, sagt Jürgen Hutsteiner vom Verein, der sich darüber mit Biologen ausgetauscht hat. Im Winter 2024 kam es schon einmal bei einer Bachräumung zu einem Eingriff am Rand des Areals. Damals war das Vorkommen des Steinkrebses noch nicht bekannt. Verschobenes Material störte den Abfluss, gebietsfremde Arten konnten sich ausbreiten. Ein Bündnis aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Grundbesitzer setzt sich deshalb nun für einen strengen Schutz des Gebiets ein.
Antrag eingereicht
Die Erklärung zum Naturdenkmal könnte ähnliche Eingriffe in Zukunft verhindern. Das Teilgebiet im Schacherl erfülle für den Schutzstatus mehrere Kriterien, nicht zuletzt gehört dazu der Erhalt der bedrohten Arten. Auch für den Gleinkerbach seien die Quellen besonders wichtig: Sie liefern selbst in trockenen Zeiten Wasser. Anfang August ging deshalb ein Antrag auf Schutz als Naturdenkmal an die OÖ. Landesregierung.








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