Journalist beim Steyrer Spaziergang verhaftet
STEYR. Zum 300. Mal fand am Sonntag der Steyrer Spaziergang statt. Ein Journalist wollte die Ereignisse dokumentieren. Weil er den Anweisungen der Polizei nicht Folge leistete, wurde er verhaftet.

Der freie Journalist Michael Bonvalot reiste aus Wien mit einem Security nach Steyr an. Rasch wurde ihm von den Versammlungsteilnehmern klar gemacht, dass er unerwünscht sei. „Es gab böse Blicke, die Meute ums uns herum hat uns bedrängt“, erzählt Bonvalot in einem Facebook-Video.
Dieses veröffentlichte der Journalist am Sonntag, kurz nach 22 Uhr. Zuvor war er mehrere Stunden in Polizeigewahrsam.
Die Beamten hätten ihn aufgefordert, sich von der Demo zu entfernen, weil sich der Versammlungsleiter von seiner Anwesenheit gestört fühle. „So funktioniert Medienarbeit nicht“, betont Bonvalot, der sich für das Bleiben entschied und letztlich verhaftet wurde.
Behördliche Befehle missachtet
In einer Stellungnahme der Polizei OÖ gegenüber Tips heißt es, dass die Festnahme wegen Störung der öffentlichen Ordnung erfolgte. Deeskalationsversuche und mehrfache Abmahnungen seitens der Polizei seien von Bonvalot ignoriert worden.
Die Person hätte die journalistische Tätigkeit auch aus einer gewissen Entfernung fortsetzen können. Man habe die Amtshandlung mit Körperkameras entsprechend dokumentiert.
Außerdem heißt es in der Stellungnahme weiter: „Dass es sich bei der Person angeblich um einen Journalisten handelt, ändert nichts an der Pflicht, das Versammlungsrecht respektieren und behördliche Befehle befolgen zu müssen.“
Gerichtliches Nachspiel
Bonvalot wurde wegen seines Verhaltens angezeigt. Er selbst will laut seinem Video-Statement gegen das Vorgehen der Polizisten rechtlich vorgehen.








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