Ein Sportgerät aus dem Ennstal und seine bewegte Geschichte
STEYR/WEYER. Johann Salzwimmer und Willi Enzlberger waren die Gründerväter von Smovey. Von Anfang an dabei war Marion Reisinger, sie ist heute Chefin und führt mit ihrem Mann Gerald die Firma.

Tausende Stück der bunten Sportgeräte werden jährlich produziert. Über 1.000 Vertriebspartner gibt es in 26 Ländern. Nicht nur in Europa, auch in den USA und Südkorea. Am Firmensitz in Steyr sind vier Personen beschäftigt, acht weitere in der Produktion in Weyer.
Begonnen hat alles vor einem Vierteljahrhundert. Der Großraminger Gastronom Johann Salzwimmer erhielt die Diagnose Morbus Parkinson. Weil er seinen geliebten Tennissport nicht aufgeben wollte, begann er, Schläuche und Kugeln an seinen Tennisschläger zu binden. „Die feinen Vibrationen gaben ihm Lebenskraft zurück“, erinnert sich Marion Reisinger, die damals beim „Salz Hans“ angestellt war.
Sie brachte ihren Chef mit ihrem damaligen Lebensgefährten Willi Enzlberger zusammen. „Willi war ein absoluter Visionär. Er und Hans begannen intensiv zu tüfteln“, so Reisinger. Ein Patent wurde angemeldet und nach einem passenden Namen gesucht, der auch im englischen Raum sofort verstanden und ausgesprochen werden kann. Die Wahl fiel auf das Kunstwort Smovey, das unter anderem für Swing und Move (Bewegung), aber auch für Smile (Lächeln) steht.
Die Welt stand still
2006 wurde die Smovey GmbH gegründet, der „Salz Hans“ war als Angestellter dabei. Die erste Produktion war in einem Container in Großraming untergebracht, ehe es am heutigen Standort am Marktplatz 24 in Weyer weiterging.
„Es folgten unzählige schlaflose Nächte für die Materialforschung. Wir brauchten einen Investor und einigten uns im Jänner 2012“, erzählt Marion Reisinger. „Doch am nächsten Morgen stand die Welt still: Willi starb mit nur 44 Jahren an einem Sekundentod.“
Mitten in tiefster Trauer und schweren Panikattacken übernahm Reisinger die Firma. „Ich holte mir Unterstützung – und traf meinen heutigen Partner Gerald. Er fing mich und meinen Sohn Lion auf, wurde zum leidenschaftlichen 'Smovianer' und ging mit mir durch die nächsten Stürme.“
Und die ließen nicht auf sich warten: „Die Trennung vom Investor, das Produktionschaos und viele innerbetriebliche Hürden“, erzählt die Firmenchefin. Die extreme Belastung forderte ihren Tribut. „Ich begab mich für vier Monate in Krankenhausbehandlung, besiegte die Panikattacken und plante nebenbei die strategische Neuausrichtung. Heute bin ich wieder zurück im Leben – medikamentenfrei und mit vollem Überblick“, so die 48-Jährige.
Aufgeben keine Option
„Aufgeben tut man einen Brief, aber nicht das Leben“, hätte Johann Salzwimmer gesagt, der 2022 im Alter von 75 Jahren verstarb.
Rückhalt gaben der Unternehmerin neben ihrem Ehemann („Geschäftlich wie privat mein Fels in der Brandung“) Freunde, Mitarbeiter und vor allem die Familie. „Mama behält immer noch den Überblick in der Buchhaltung, Papa tüftelt nach wie vor. Meine Schwester Birgit glänzt im Lizenzwesen, Schwager Fredi ist im Hintergrund immer sehr hilfreich“, so Marion Reisinger. Sohn Lion (23) ist in der Smovey-Produktion beschäftigt.
20-Jahr-Jubiläum
Ein Tag der offenen Tür findet am Freitag, 13. November, von 9 bis 13 Uhr in der Smovey-Produktionsstätte am Marktplatz 24 in Weyer statt. Besucher bekommen bei Führungen einen Einblick in die Produktion.
Smovey ist ein Schwingring-System, bestehend aus einem Spiralschlauch, vier Stahlkugeln und einem Griffsystem mit Dämpfungselementen. Durch die Schwungbewegung beginnen die frei beweglichen Stahlkugeln sich als freie Masse zu bewegen. Sie stoßen dabei pulsierend auf die Rillen und Spiralstege des Schlauches und erzeugen spürbare Vibrationen in der Handfläche.








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