Erfahrene Olympionikin, Debütant und eine Überraschungsteilnehmerin
REGION STEYR. Mit Dressur-Reiterin Victoria Max-Theuer (38), Fußballer Thomas Jungbauer (18) und Schwimmerin Lena Kreundl (26) sind vom 26. Juli bis 11. August drei Sportler aus der Region bei den Olympischen Spielen in Paris dabei.

Schon mit 18 Jahren gab Lena Kreundl in Rio 2016 ihr Debüt bei Olympischen Spielen. Der sportliche Aufstieg der Steyrerin geriet allerdings ins Stocken. Eine Covid-Erkrankung Ende 2020 warf sie weit zurück, die Spiele in Tokio 2021 verpasste sie.
Zwischendurch dachte die heute 26-Jährige an ein Karriereende, kämpfte aber weiter. Um sich für die Zukunft abzusichern, machte Kreundl parallel zum Spitzensport eine Ausbildung bei der Polizei.
Bronze bei der EM
Das Durchhaltevermögen der mehrfachen Staatsmeisterin zahlte sich aus. Im Dezember 2023 holte Kreundl ihre erste Medaille bei einem internationalen Großereignis. Bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Otopeni (Rumänien) schwamm sie über ihre Paradestrecke 200 Meter Lagen zu Bronze. Dennoch galt eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris als unwahrscheinlich, letztlich erhielt die Steyrerin aber dank einer Quotenregelung überraschend doch noch einen Startplatz über 200 Meter Lagen.
„Das ist für mich auch so etwas wie eine Belohnung für alles, was ich durchmachen musste“, sagt Kreundl. „Dass wir beim Schwimmen nur Männer dabeihaben und ich als beste Dame vom OSV mit den meisten Aqua-Punkten als einzige Frau mitfahren kann, das ist echt super.“
Seit 2004 immer dabei
Wie Kreundl feierte Dressur-Reiterin Victoria Max-Theurer im Alter von 18 Jahren ihr Olympia-Debüt. Nach Athen 2004 war die Tochter von Olympiasiegerin Elisabeth Max-Theurer (1980 in Moksau) auch bei den Spielen in Peking (2008), London (2012) und Rio (2016) dabei.
Zuletzt in Tokio 2021 zog Max-Theurer ihr Pferd Abegglen vor Start des Olympischen Turniers zurück. „Eine Zahnentzündung musste behandelt werden, Tierschutz geht immer vor“, sagt die erfahrene Olympionikin aus Rohr, die ihr bestes Einzelergebnis in London mit Platz 13 erzielte.
Große Bühne
Im olympischen Fußballturnier der Männer ist der Steyrer Thomas Jungbauer mit 18 Jahren einer der jüngsten Teilnehmer. Er wurde in der Dominikanischen Republik geboren, wuchs aber in Haidershofen bzw. Steyr auf. Lange hatte er nur die österreichische Staatsbürgerschaft, ehe Scouts aus dem Heimatland seiner Mutter auf ihn aufmerksam wurden. Er spielte mit der Dominikanischen Republik bei der U20-Weltmeisterschaft, davor qualifizierte man sich sensationell für Paris 2024.
Dort trifft man in der Gruppenphase auf Ägypten (24. Juli), Spanien (27. Juli) und Usbekistan (30. Juli). Der junge Verteidiger hofft, sich auf der großen Bühne beweisen zu können. Allerdings bremste ihn eine Leistenverletzung in der Vorbereitung aus. Er muss deshalb vorerst von der Tribüne aus seinen Kollegen die Daumen drücken. Ziel des Teams ist ein Top-Zwei-Platz in der Gruppe und der Einzug ins Viertelfinale.
Wie es nach den Olympischen Spiele für Jungbauer weiter geht, ist offen. Derzeit ist er bei Dynamo Budweis unter Vertrag, kam dort in der Vorsaison zu einem Pflichtspieleinsatz für die Profis. „Ich bin für einen Wechsel offen“, so der 18-jährige Steyrer.


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