Für viele ist es eine Überlebenskrise
REGION STEYR. 5.159 Menschen waren Anfang April in Steyr und Steyr-Land ohne Job. Der Tag der Arbeitslosen am 30. April bekommt wegen Covid-19 eine neue Dimension.

„Bereits vor der Coronakrise waren 14,3 Prozent der österreichischen Bevölkerung armutsgefährdet. Nun haben die Auswirkungen den größten Anstieg an Arbeitslosen in der Geschichte der Zweiten Republik gebracht. In solchen außergewöhnlichen Zeiten braucht es außergewöhnliche Maßnahmen“, sagt Gerald Angerbauer anlässlich des Tages der Arbeitslosen am 30. April. Angerbauer ist Vorsitzender der Volkshilfe Steyr und verweist darauf, dass alleine in der Region Anfang April 1.953 Frauen und 2.492 Männer arbeitslos gemeldet waren. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 42,9 Prozent“, so Angerbauer. Dazu kommen 714 Menschen in AMS-Schulungen, die ebenfalls einen Job suchen.
AMS-Geld erhöhen
Da für viele dieser Menschen die Gesundheitskrise zu einer Überlebenskrise werden könnte, fordert Angerbauer rasche Hilfe. „Nun arbeitslos gewordene Beschäftige aus dem Niedriglohnsektor können vom Arbeitslosengeld kaum leben. Sie sind schon vorher kaum über die Runden gekommen, für sie ist die Situation eine Katastrophe. Wir brauchen daher für diese Menschen dringend eine Erhöhung der Nettoersatzquote von derzeit 55 auf 80 Prozent“, fordert der Vorsitzende der Volkshilfe Steyr.
Fixes Grundeinkommen
Helfen würden den Menschen im Land auch soziale Innovationen wie die schnelle und unbürokratische Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Männer und Frauen mit Hauptwohnsitz in Österreich. „Das ist ein Gebot der Stunde und würde nicht nur den sozialen Absturz Tausender und massive Privatverschuldung verhindern, sondern gleichzeitig die Kaufkraft im Land erhalten“, ist Gerald Angerbauer überzeugt. Er fordert die Bundesregierung daher auf, nicht ein Hilfspaket nach dem anderen zu schnüren, sondern jeder und jedem ein monatliches Fixum zukommen zu lassen. „Das bedingungslose Grundeinkommen würde den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken und alle Menschen würdevoll durch diese extrem schwierige Zeit bringen“, sagt Angerbauer. Er verweist auf den „Verein für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Europa“ (UBIE), der aktuell mittels Petition ein europäisches Grundeinkommen einfordert.


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